Liesel Koschorreck will keine „Schönwetter-Bürgermeisterin“ sein

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Liesel Koschorreck tritt für die „Ampel“-Koalition an. Foto: Abels

Düren. Der Dreikampf um den Chefsessel im Rathaus: Vor unserer Gesprächsrunde am 5. September beziehen die Bürgermeisterkandidaten Stellung zu ihren wesentlichen Ansichten und Zielen. Zum Abschluss: die 63-jährige SPD-Politikerin Liesel Koschorreck, die von der „Ampel“-Koalition ins Rennen geschickt wird.

Frau Koschorreck, Sie sind 63 Jahre alt. SPD-Politiker verbinden mit diesem Alter für gewöhnlich den Einstieg in die Rente. Warum wollen Sie am Ende einer langen politischen Laufbahn noch Bürgermeisterin in Düren werden?

Koschorreck: Gott sei Dank können die Bürger alleine für sich entscheiden, wen sie als zukünftigen Bürgermeister oder als Bürgermeisterin haben möchten. Ich würde mal behaupten, dass sie das nicht vom Alter einer Kandidatin abhängig machen, sondern von ihrer Kompetenz. Die bringe ich mit. Konkret zu Ihrer Frage: Niemand in der SPD propagiert, das Rentenalter generell auf 63 herab zu senken. Im Gegenteil: Wir wollen die Menschen nicht bevormunden und die, die gerne auch noch im Alter arbeiten möchten, sollen das auch für sich entscheiden können. Alles andere wäre in einer älter werdenden Gesellschaft auch realitätsfern. Die Antwort, warum ich mich mit großer Begeisterung um das Amt der Bürgermeisterin bewerbe, haben Sie schon in Ihrer Frage selbst gegeben: Bürgermeisterin macht man nicht mal einfach so. Meine lange berufliche und politische Erfahrung, meine guten Kontakte zur Bezirksregierung und der Landesregierung kann ich zum Wohle unserer Stadt im Rathaus einbringen. Genau dies ist mein Vorteil gegenüber dem Amtsinhaber, der nie verstanden hat, Düren als Mitspieler zu etablieren. Das machen viele Städte in der Region besser!

Was können Sie besser als Amtsinhaber Paul Larue?

Koschorreck: Stadthalle, moderne Schullandschaft, Wirtschaftsförderung, Klimaschutz oder Masterplan für eine bessere Stadtentwicklung – all dies hat Herr Larue vor sich her geschoben. Ich mag es nicht, mutlos wichtige Entscheidungen ständig zu vertagen. Als Bürgermeisterin werde ich – so wie bei der Stadthalle – alle Beteiligten schnell an einen Tisch holen, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Und dann entscheide ich – auch wenn es unangenehm ist. Ich werde keine „Schönwetter-Bürgermeisterin“ sein.

Wenn der Wähler Ihnen am 13. September das Vertrauen schenkt, was werden Sie als erstes anpacken und verändern?

Koschorreck: Ich werde mit den zuständigen Fachleuten überlegen, was wir noch mehr für benachteiligte Kinder und Jugendliche tun können. Die andere große Herausforderung ist die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen. Diese Prozesse werde ich fördern und mich dabei als Bürgermeisterin an die Spitze stellen.

Was sind die fünf wichtigsten Ziele als Bürgermeisterin und wie wollen Sie sie umsetzen?

Koschorreck: Vorrang hat die Stadtentwicklung. Denn hier gilt besonders „Stillstand ist Rückschritt.“ Die Innenstadt soll attraktiver werden. Auf der Grundlage des Masterplans Innenstadt müssen die jetzt erarbeiteten Maßnahmen umgesetzt werden. Die untere Kölnstraße wird 2016 neu gestaltet, 2017 der Markt, 2018 der Kaiserplatz. Auch das Bahnhofsumfeld wird neu entwickelt. Mehr Aufenthaltsqualität und mehr Leben sorgen auch für mehr Sicherheit.

Was ist Ihnen darüber hinaus noch wichtig?

Koschorreck: Parallel zur Innenstadt müssen auch die Stadtteile mit Dorfentwicklungsplänen oder Stadtteil-Entwicklungskonzepten fit für die Zukunft gemacht werden. Die Schaffung neuer Gewerbegebiete und die Stärkung der lokalen Wirtschaft sind weitere Schwerpunkte, um Arbeitsplätze zu schaffen, von denen man leben kann. Das geplante Gewerbegebiet Düren-Langerwehe muss voran gebracht werden. Der Klimaschutz soll mehr Beachtung finden, und zwar mit den Handlungsfeldern Energiewende, Mobilität, Luftreinhalteplan, Stadtgrün und Klimawandel. Nach Vorlage des von der „AmpelPlus“ auf den Weg gebrachten Schulentwicklungsplanes werde ich mit Eltern und Lehrern auf die Veränderungen in der Schullandschaft reagieren. Wir brauchen für jedes Kind die richtige Schule.

Wenn Sie die Wahl verlieren, werden Sie mit der „Ampel“-Koalition dennoch weiter die Mehrheit im Stadtrat haben. Wie werden Sie in diesem Fall mit den Ideen und Vorschlägen des Bürgermeisters umgehen?

Koschoreck: Falls gute Vorschläge kommen, werden wir sie selbstverständlich realisieren. Wir machen es nicht so wie die CDU, die 15 Jahre lang Anträge der Opposition grundsätzlich zunächst einmal abgelehnt hat.

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