Vossenack - Liebesgeschichten im Puppenformat: Berührende Revue im Kloster-Kultur-Keller

Liebesgeschichten im Puppenformat: Berührende Revue im Kloster-Kultur-Keller

Von: ah
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Geknickt nach einer großen Enttäuschung: Hund Rüdiger Hundemann. Das „Theater Con Cuore“ erhielt für die Inszenierung „Hear My Song“ vom Vossenacker Publikum stehend Beifall. Foto: Anke Holgersson

Vossenack. „Hear My Song“ ist eine musikalische Revue für Puppen und ihre Darsteller. Am Samstagabend war es in dem für sein exzellentes Programm im Bereich Puppentheater bekannten Kloster-Kultur-Keller zu sehen.

Die Liebesgeschichte zwischen zwei Künstlern spielten Virginia und Stefan P. Maatz. Beide zusammen sind – gemeinsam mit einem riesigen Ensemble aus Klappmaul-, Stab-, Marionetten- und Handpuppen-Kolleginnen und Kollegen – das „Theater Con Cuore“.

„Theater mit Herz“ – diesen Namen hat sich das Puppentheater aus dem hessischen Ort Schlitz nicht umsonst gegeben. Dass in den Produktionen des renommierten Ensembles viel Herzblut steckt, sieht man auf den ersten Blick. Schon der Aufwand, der für die Ausgestaltung der Figuren und des Bühnenbildes betrieben wurde, macht das ganz deutlich.

Die Szenerie von „Hear My Song“ besteht aus bis ins kleinste Detail liebevoll gestalteten Settings, als da wären: Der abgerockte, aber gemütliche Wohnwagen des an einer Castingshow, der Liebe und dem Leben im Allgemeinen gescheiterten Sängers Marc auf der einen und das Theater von Vianne auf der anderen Seite. Eben dort begegnen sich die beiden und schnell wird klar, dass sie nicht nur künstlerisch, sondern auch als Liebespaar zusammenfinden. Bis Vianne Marc (nach einem Seitensprung seinerseits) verlässt, um schließlich doch wieder zu ihm zu finden.

Hund als Elvis-Imitator

Zwischen dem On- und Off dieser Beziehung erzählten die Darsteller, die mal als Puppenspieler, mal als Schauspieler in Erscheinung traten, wunderbar tragik-komische Geschichten rund um das Showgeschäft und große und kleine Lebenslügen. So wie die von dem Hund, der so gerne Sänger werden möchte und bei einer Castingshow (als Alter Ego von Marc) als Elvis-Imitator auftritt, um anschließend ein verzweifeltes Cover von Helge Schneiders „Katzenklo“ zu singen. Oder jene des Dompteurs, der seinen Löwen ein ums andere Mal nicht dazu bringen kann, durch den Ring zu springen. Es ging aber bei weitem nicht nur ums Scheitern. Als mehr oder weniger Erfolg versprechender Gegenentwurf trat die Liebe auf den Plan.

In dem von Stefan P. Maatz geschriebenen Stück wird sie in ihren unterschiedlichen Formen bespielt und besungen. Ob Biene und Blume, Vianne und Marc, eine Marionettenkatze, die sich zu Annett Louisans Lied von der Verführerin bewegt oder der mörderischen, weiblichen Puppe, die zu den Klängen von „The Power of Love“ ihr männliches Gegenstück aufschlitzt und ihm sein Herz herausreißt.

Der Theater- und Musikabend beleuchtete das Phänomen der Liebe von überraschend vielen Seiten, ohne je die Geschichte oder die Figuren zu verraten. Die Zuschauer im ausverkauften Kloster-Kultur-Keller erlebten einen Abend mit einer besonderen Atmosphäre. Sie lag begründet in dem Zusammenwirken von Poesie, Humor und einem ganz eigenen Zauber, der von dem Ensemble aus Puppen und Menschen ausging. Es stellte im Laufe des Abends unter Beweis, wie facettenreich und berührend das Genre des Puppentheaters sein kann.

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