Letzte Ratssitzung für den Vettweißer Bürgermeister

Von: bugi
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Vettweiß. Ganz zum Schluss der Ratssitzung in Vettweiß ist dem Bürgermeister Josef Kranz fast die Stimme versagt.

Für Kranz ist es nach 41 Dienstjahren die letzte Sitzung als Bürgermeister gewesen. 23 Jahre lang war er Behördenleiter, 16 davon als Bürgermeister. Ein Job, den er nun aus Altersgründen an den Nagel hängen wird – auch wenn es ihm schwer fällt. „Die Entscheidung, nicht mehr zu kandidieren, ist mir nicht leicht gefallen. Ich begebe mich nun langsam in den Zustand der ‚Verantwortungslosigkeit‘“, merkte er ironisch an, nachdem er sich stimmlich wieder gefangen hatte.

Kranz bedankte sich bei Rat und Verwaltung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und vergaß dabei nicht, insbesondere die ehrenamtlich tätigen Bürger zu erwähnen: „Die Vereine und die Ehrenamtler bleiben die wichtigste Säule des dörflichen Lebens.“

Zuvor hatte Kranz wesentliche Entscheidungen in seiner Amtszeit Revue passieren lassen und konnte sich einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. In Anspielung auf ein Zitat der Bürgermeisterkandidatin der FDP meinte Kranz: „Wir befinden uns nicht in einem Dornröschenschlaf.“ Deutlich wurde das auch bei einer aktuellen Entwicklung. Hatte Kranz zuvor schon ausgeführt, dass durch die Erschließung neuer Bau- und Gewerbegebiete die Zahl der Bürger (1992: 7500 Einwohner, 2015: 9100 Bürger) und die Zahl der Arbeitsplätze in der Kommune deutlich gestiegen sei, setzt sich dieser Trend fort. Zum Beispiel beim kürzlich beschlossenen neuen Baugebiet im Kernort selbst. Kranz: „Die Vermarktung läuft hier äußerst rasant. Mehr als 50 Prozent der Grundstücke sind schon verkauft.“

Wenig Verständnis für eine Entscheidung des Kreises zeigte der Rat beim Tagesordnungspunkt „Psycho-soziale Betreuung ausländischer Flüchtlinge“. Die Grünen hatten eine entsprechende Stelle zur Betreuung der Flüchtlinge gefordert, der Kreis betrachtet derartige Angebote allerdings als so genannte Freiwillige Leistungen und formuliert ganz deutlich: „Eine Steigerung der Freiwilligen Leistungen wird nicht geduldet“, weil sich Vettweiß im Haushaltssicherungskonzept befindet.

Auch für Bürgermeister Josef Kranz ist das nicht nachvollziehbar: „Wir werden zum Reparaturbetrieb, Vorsorge gibt es kaum noch. Ich hoffe, dass hier noch Bewegung in die Diskussion kommt. Für mich ist das eine Pflichtaufgabe.“ Monika Lövenich von den Grünen warnte in dem Zusammenhang zudem vor einer Überlastung der Ehrenamtlichen. Zwar soll das Thema bei den kommenden Haushaltsberatungen erneut aufgegriffen werden, Volker Franzen von der CDU dämpfte aber zu hohe Erwartungen.

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