Düren - Lesung mit Wolfgang Oelser: Der Tod hat im Karneval Versöhnliches

Lesung mit Wolfgang Oelser: Der Tod hat im Karneval Versöhnliches

Von: mti
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Wolfgang Oelsner aus Köln referierte in der voll besetzten Dürener Marienkirche über die Parallelen von Sterben, Tod und Trauer auf der einen und Karneval auf der anderen Seite. Foto: Hartmut Prüss

Düren. Wenn nach dem Vortrag mit einem an sich ernsten Thema die Zuhörer lächelnd nach Hause gehen, dann hat der Vortragende so ziemlich alles richtig gemacht. Feinsinnig und sensibel meisterte Wolfgang Oelser aus Köln in der Marienkirche am Hoeschplatz in Düren eine solche Gratwanderung bravourös.

Als Gast der Hospizbewegung Düren-Jülich und des Vereins „Lebens- und Trauerhilfe“ referierte er in einem kurzweiligen Vortrag über Parallelen zwischen Sterben, Tod und Trauer einerseits und Karneval andererseits. Einleitend würdigten Gerda Graf und Pfarrer Toni Straeten die Verdienste und Ehrungen des Referenten.

In der voll besetzten Marienkirche wurde schnell deutlich, dass der Psychotherapeut, Karnevalist und Buchautor in der Rurstadt so etwas wie ein „Heimspiel“ hatte. So nutzten die Eltern des erfolgreichen Musikers Florian Peil von der Kölsch-Rockgruppe „Kasalla“ die Gelegenheit, mit Oelser zu plaudern.

Auch der Dürener Ex-Banker Professor Dr. Herbert Schmidt freute sich über ein Wiedersehen mit seinem alten Weggefährten als Mitbegründer der „Närrischen Akademie“. Natürlich ließen sich die Spitzen des regionalen und überregionalen Karnevals diesen hochkarätigen Vortrag nicht entgehen und machten dem Referenten ihre Aufwartung.

Wie ein roter Faden zeichnete sich in dem Vortrag immer wieder ab, dass die Narren auf ihre eigene Art und Weise schon immer an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern. Viele rheinische Stimmungslieder zeigen, dass man sogar schunkelnd Abschied, Tod und Trauer besingen kann. Angefangen von der Weisheit, dass wir „alle, alle in den Himmel kommen“, über das Versprechen „Es gibt ein Leben nach dem Tod“, die Begegnung mit Petrus am „Himmelspözge“ oder „Kumm mer lääve, bevür mer stirve“, als wör dat hück dä letzte Daach“ – immer wieder hat im Karneval das Ende etwas Versöhnliches und Tröstliches.

Wolfgang Oelsers Fazit: „Das Unaussprechliche – der Tod – ist beim närrischen Brauchtum in aller Munde.“ Dazu passte übrigens auch, dass Bernd Schmidt aus Düren auf der Kirchenorgel gefühlvoll die heimliche Hymne der Domstadt „Heimweh nach Köln“ intonierte. Dieses Lied hat Willy Ostermann 1936 auf seinem Sterbebett geschrieben und darin dem irdischen Abschied mit rheinischer Gelassenheit verewigt.

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