Lesung gibt Einblicke in die „Trümmerliteratur“

Von: kel
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Vor der Kulisse des zerstörten Düren lasen Günter Lamprecht und Claudia Amm im Garten des Heinrich-Böll-Hauses in Langenbroich aus Bölls Roman „Der Engel schwieg“, nachdem Professor Dr. Hans Koch den Begriff der „Trümmerliteratur“ erläutert hatte. Foto: Axel Keldenich

Langenbroich. Das Thema schien so gar nicht zum Ambiente zu passen: Im Hof und im Garten des Heinrich-Böll-Hauses wurden zur Musik des Klarinetten-Quartetts der Musikschule Düren unter der Leitung von Joachim Locke bei herbstlich-sonnigem Wetter fröhliche Gespräche geführt, während im Zelt eher Bedrückendes aus der Vergangenheit vorgetragen wurde.

„Trümmerliteratur“ war das Stichwort, konkret stand eine Lesung aus Bölls Roman „Der Engel schwieg“ an. Dazu begrüßte Dürens Bürgermeister Paul Larue in seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins Heinrich Böll Haus Langenbroich die Gäste.

Er erinnerte an die Zerstörung Dürens 1944 und die aktuellen Aktionen gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit. Vorstandsmitglied Sybille Hausmann stellte die Vortragenden, die renommierten Schauspieler Günter Lamprecht und Claudia Amm sowie Professor Dr. Hans Koch vor, der den Zuhörern zunächst den Begriff der „Trümmerliteratur“ erläuterte.

Die Autoren, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit den offensichtlichen Themen „Krieg, Heimkehr und Trümmer“ befassten, wurden seinerzeit oft abschätzig beurteilt, weil die Menschen sich damit nicht mehr beschäftigen wollten.

Authentisches Gefühl vermittelt

Dass es solche Szenarien in der Literaturgeschichte schon immer gab, belegte Professor Koch anhand der Werke so berühmter Autoren wie Homer, Dickens und eben Böll, die über das schrieben, was sie sahen. „Ein gutes Auge gehört zum Handwerkszeug eines Dichters“, sagte Koch. Wie gut Böll beobachtet hat, machten Günter Lamprecht und seine Lebensgefährtin Claudia Amm anschließend eindrucksvoll deutlich.

Ihre Interpretation der Texte aus Heinrich Bölls Werk vermittelte den Zuhörern ein authentisches Gefühl für die Zeit der Kriegs- und Nachkriegsjahre und die Nöte, Ängste und kleinen Freuden des Helden.

Zurück in die Gegenwart ging es mit der Vorstellung der momentanen Stipendiaten des Heinrich-Böll-Hauses und der Präsentation von Filmen aus Georgien von Salomé Jashi sowie Filmarbeiten der syrischen Journalistengruppe „Al-Shari – Die Straße für Medien und Entwicklung“. Sie hat in ihren Dokumentationen die Proteste in Syrien seit deren friedlichem Beginn im Jahr 2001 bis heute festgehalten.

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