Lesung: „Fleisch wie Eier kennzeichnen“

Von: heb
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Toni Hofreiter (MdB, Grüne) stellte sein Buch „Fleischfabrik Deutschland“ vor. Foto: heb

Düren. Vorab: Ein blanker Aufruf zu Fleischverzicht und für vegetarische Lebensweise war sie nicht, die Lesung von Anton „Toni“ Hofreiter, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag. Auch wenn der Buchtitel „Fleischfabrik Deutschland“ eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema vermuten lässt, waren seine Ausführungen auch auf diejenigen zugeschnitten, die nicht ganz auf Fleisch verzichten möchten.

Im „Komm“ las er drei Passagen aus seinem Buch vor, die sich mit den Themen Tierschutz im Allgemeinen, der Frage nach Verantwortlichkeiten und den Möglichkeiten jedes Einzelnen beschäftigten. Beim Tierschutz nahm Hofreiter die Landwirte ein Stück in Schutz.

„Es auf den Bauern zu schieben, ist zu einfach“, sagte er, „am Ende sind sie Gefangene der Agrarindustrie“. Sein Beispiel erzählte von Schweinen, die sich gegenseitig bekoten. Dass ihnen die Ringelschwänze abgeschnitten werden, sei tatsächlich das Beste für sie – „allerdings eben auch nur in diesem System“, machte er die entscheidende Einschränkung.

Bei der Schuldfrage wurde er dann politisch, verantwortlich seien die Entscheider. Seine skizzierte Alternative mutete angesichts des populistischen Buchtitels recht moderat an: „Wir brauchen eine klare Kennzeichnungspflicht für Fleisch am Beispiel des Schaleneis“, forderte er. Die letztendliche Kaufentscheidung solle dem Kunden überlassen bleiben. „Keiner wird dann noch – am Beispiel der Eier gesprochen – die Käfighaltung wählen“, gab er sich überzeugt.

Die abschließende Fragerunde nutzte Hofreiter schließlich, um die Position des Bündnis 90/Grüne nochmals detailliert darzustellen: In drei Säulen solle das System verändert werden. Neben der Umverteilung der Subventionen zugunsten fairer Haltung und der Anpassung der Gesetze sei vor allem die Aufklärung der Verbraucher ein zentrales Ziel der Partei.

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