Leser zu Besuch beim Festkomittee: Prunkwagen einmal ganz nah

Von: Sandra Kinkel
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Die Leser unserer Führung hatten die Gelegenheit, über eine kleine Leiter bis nach oben auf den Wagen des Festkomitees zu klettern. Foto: Sandra Kinkel
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Durch den TÜV sind die Wagen schon, jetzt stehen die letzten Feinarbeiten an. Foto: Sandra Kinkel
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Blick in die Wagenhalle des Festkomitees Dürener Karneval: 16 Wagen von zwölf Karnevalsgesellschaften stehen dort und werden für ihren großen Auftritt an Orchideensonntag vorbereitet. Foto: Sandra Kinkel
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Pferdefiguren schmücken einen Festwagen. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Ein letztes großes Geheimnis gibt es noch. Wie der Prinzenwagen im Dürener Karnevalszug aussehen wird, wollten Peter Schmitz, Präsident des Festkomitees Dürener Karneval, und Jürgen Außem, Leiter des Karnevalszuges der Rurstadt, am späten Donnerstagnachmittag noch nicht verraten. Nur so viel: Der Wagen hat ziemlich viele Spiegel. „Das Prinzenpaar“, erzählte Jürgen Außem, „lässt sich mit diesem Wagen überraschen und erfährt erst am Karnevalssamstag, wie der Wagen aussieht.“

15 Leser unserer Zeitung hatten im Rahmen einer Abo-plus-Führung die Gelegenheit, einen Blick in die Wagenbauhalle des Festkomitees zu werden. Seit 1989 gibt es die große Halle, in der 14 von 22 Gesellschaften des Festkomitees Dürener Karneval das ganze Jahr über ihre Karnevalswagen unterstellen. „Die Vorbereitungen für den Karnevalszug“, erklärte Jürgen Außem, „beginnen eigentlich schon im August.

Ab Oktober beginnen die Arbeiten an den Wagen.“ Klar, dass es für Prunkwagen feste Vorgaben gibt. Die Fahrzeuge müssen einmal im Jahr zum TÜV. „Die TÜV-Prüfung“, sagt Außem, „war schon im Dezember, und alle Fahrzeuge haben die Plakette bekommen.“

Auch ansonsten sind die Sicherheitsmaßnahmen –naturgemäß – sehr hoch. „Der Mindestabstand zum Boden, der Schwenkradius der Wagen, die Maximalbelegung – alles ist genauestens reglementiert“, betonte Außem. Zudem seien im Schnitt pro Wagen sechs bis acht Wagenengel im Einsatz, beim Prinzenwagen sogar mehr als zehn.

Neben dem Prinzenwagen gestaltet die Karnevalsgesellschaft „Südinsulaner“ ihren Wagen in jedem Jahr neu, an den anderen werden lediglich kleinere und größere Schönheitsreparaturen vorgenommen. „Prinzenwagen“, erklärte Außem, „sind sehr teuer in der Unterhaltung. Pro Jahr kommen da sehr schnell 8000 bis 10 000 Euro zusammen.“

Besonders angetan haben es den Teilnehmern der Führung die prächtigen Pferde, die Wagen der Dürener Narrenzunft und des Festkomitees schmücken. „Es war gar nicht so einfach, diese Pferde zu finden“, sagt Franz-Josef Vois, Ex-Karnevalsprinz und langjähriger Präsident des Festkomitees Dürener Karneval.

Nach Vois ist auch die Wagenbauhalle des Festkomitees benannt, so viele Anekdoten rund den Dürener Karneval wie er kennt vermutlich kaum ein zweiter Karnevalist. „Auf dem Weg nach Österreich habe ich ein Schild von einer Firma entdeckt, die solche Pferde herstellen, erzählt Vois. „Wir hatten vorher unendlich lange danach gesucht.“ Die Schimmel, die den Prunkwagen der Narrenzunft schmücken, stammen dagegen aus Köln. Vois: „Im Kölner Rosenmontagszug gibt es viele Wagen mit solchen Pferden. Aber die Kölner trennen sich nur sehr selten davon.“

Klar, dass die Abo-plus-Teilnehmer auch einmal einen Wagen von innen unter die Lupe nehmen durften – und zwar den des Festkomitees. Über eine schmale Leiter galt es, bis ganz nach oben zu klettern. „Das ist aber eng“, kommentierte eine Leserin. „Ich glaube, ich würde die ganze Zeit keinen Schluck trinken, nur damit ich zwischendurch nicht zur Toilette muss.“

Übrigens gibt es im Karnevalszug auch genaue Vorschriften, was das Werfen von Kamelle angeht. „Geworfen werden“, sagt Peter Schmitz, „dürfen nur Gegenstände, die weniger als 40 Gramm wiegen. Alles, was schwerer ist, muss den Jecken am Straßenrand angereicht werden.“

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