Leopold-Hoesch-Museum zeigt Künstlerpapiere

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Georges Braque schuf „Le Canard Sauvage“ 1961, eine Farblithographie mit Prägung, Leihgabe der Courtesy Galerie Boisserée für die Ausstellung in Düren. Foto: VG Bild-Kunst Bonn 2015, Sascha Fuis

Düren. „Das ist doch von Picasso, der malt immer diese Tauben“, dieser Gedanke mag beim Betrachter aufkommen, der das dritte Werk in unserer Serie zur aktuellen Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum erblickt. Im Leopold-Hoesch-Museum in Düren, Hoeschplatz 1, wird die Ausstellung „Paper is part of the picture“ gezeigt. Europäische Künstlerpapiere von Albrecht Dürer bis Gerhard Richter sind noch bis zum 31. Mai zu sehen.

Was wie eines der Friedenstauben-Bilder von Pablo Picasso anmutet, ist ein Werk des französischen Künstlers Georges Braque (1882-1963). Neben Picasso galt er als einer der Hauptvertreter des Kubismus. Braque wählte ein für ihn untypisches Motiv. Kennt man von ihm doch eher in zersplitterte Formen zerlegte Stillleben, gefüllt mit Objekten wie Musikinstrumenten, Zeitungen und Vasen.

Die „Canard Sauvage“, die „Wildente“, stammt aus dem Jahre 1961. Der Wasservogel ist nicht farbig gemalt, lediglich mit dünnen, unregelmäßigen Linien vom ihn umgebenden Raum getrennt, füllt er einen Negativraum im Zentrum zweier Farbblöcken in Schwarz und Blau aus. Der naturbelassene Farbton des Papiers wiederholt sich im Außenrahmen.

Die Tatsache, dass der Künstler hier die Farbe des Motivs diesem Medium überlassen hat, gibt zu denken. Welche andere Rolle spielt das Medium Papier innerhalb des Werkes? Auf den zweiten Blick fallen wiederkehrende Prägemuster auf: breite, leichte Furchen lassen die Dicke des Materials erahnen und wecken den Wunsch, die Formen zu ertasten.

Der Künstler wählte dieses Papier bewusst, es gehört zum Werk, ebenso wie die sparsam eingesetzte Farbe und das Motiv. Der Einsatz des schweren Papiers, die blockhaften groben Formen und die Bildaufteilung und Position des Vogels sind es, die Braques Ente von der Leichtigkeit einer Taube Picassos unterscheiden und die das Besondere dieses Werkes ausmachen. Weitere Informationen zur Ausstellung „Paper is part of the picture“ unter Telefon 02421/252561.

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