Düren - Leopold-Hoesch-Museum öffnet wieder seine Pforten

Leopold-Hoesch-Museum öffnet wieder seine Pforten

Von: Stephan Vallata
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Mehr Licht: Der moderne Anbau des Leopold-Hoesch-Museums bietet viel Raum für Kunst. Dr. Eberhard Peill (v. l. vorne) Bürgermeister Paul Larue, Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann und Hubertus Schoeller fühlen sich sichtlich wohl. Morgen wird die Eröffnung gefeiert.Foto Vallata

Düren. „Vorsicht, frisch gestrichen” steht seltsam sachlich auf dem recht schnöden Schild zu Füßen des Leopold-Hoesch-Museums. Gemeint ist das Geländer der Treppe und nicht etwa eine Kunstinstallation, die noch nach Vollendung dürstet.

Am Freitag legten die Handwerker letzte Hand an das Gebäude, das nach einer vierjährigen Sanierungsphase am Sonntag wiedereröffnet wird - mit sieben Ausstellungen unter dem gemeinsamen Titel „Treffpunkt Düren”.

„Wir sind uns ganz sicher, dass sich ganz viele Menschen aus der Stadt aber auch von weit her aufmachen werden, um diesen Treffpunkt zu erleben”, ließ Bürgermeister Paul Larue bei einer Pressekonferenz nicht den Hauch eines Zweifels am Erfolg des Projektes aufkommen. In diese Kerbe schlug auch Dr. Eberhard Peil, Vorstandsmitglied der den Umbau mitfinanzierenden Günther-Peill-Stiftung: Das modernisierte Museum schaffe für die Stadt eine neue Attraktivität.

Es sei ein gelungenes Beispiel für die „tolle Partnerschaft zwischen öffentlicher Hand und privaten Institutionen”, sagte Peil. Neben der Stiftung mit 2,3 Millionen Euro beteiligten sich auch die Stadt Düren mit 1,2 Millionen Euro und das Land NRW mit 2,86 Millionen Euro an den Umbaukosten.

Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann, seit Januar im Amt, und ihr Team möchte nun eine neue Zeit einleiten, deren Ausgangspunkt die Eröffnungsausstellung sein soll. So wie der kubische Neubau mit dem neobarocken Altbai eine Einheit bilde, sollen auch traditionelle und zeitgenössische Kunst gleichermaßen berücksichtigt werden, sagte Goldmann.

Darüber hinaus hob die Direktorin auch die Rolle des Papiermuseums hervor, die nun gegenüber dem frisch sanierten Leopold-Hoesch-Museum „nicht abfallen” dürfe. Beide Häuser bildeten in einem „dualen Museumskonzept” eine internationale ausgerichtete Plattform für die Kunst der Gegenwart und die Kulturgeschichte er Region Fazit Goldmann: „Wir merken, es geht eine ziemlich starke Energie nach außen. Am Sonntag ist ein ganz großer Tag.”

Zu den ausstellenden Künstlern zählt unter anderem Gregor Schneider, Peill-Preisträger 2008, der sich in seiner Installation „Marienstraße” mit dem Braunkohletagebau auseinandersetzt. So ist ein originaler Straßenabschnitt aus der von einer Umsiedlung betroffenen Gemeinde Inden-Pier mit Laterne und Gullydeckel ins Museum transferiert worden.

Die multimediale Arbeit von Peill-Stipendiat Michael Sailstorfer besteht aus einem schwarz gefärbten Stück Wald, der mit einer Kamera aufgenommen und live auf einen Monitor in den Ausstellungsraum und ins Internet übertragen wird. Der Titel: „Schwarzwald”.

Außerdem vertreten ist die Sammlung Günther und Carola Peill aus Köln, die Hubertus-Schoeller-Stiftung mit „Lichtballett” von Otto Piene, Peill-Stipendiat Sven Johne und der Berliner Künstler Daniel Pflumm, der auch für das neue „Corporate Design” - das einheitliche Erscheinungsbild - der beiden Museen verantwortlich zeichnet.

Das Leopold-Hoesch-Museum wird am Sonntag, 27. Januar, um 12 Uhr mit der Einweihung des Peill-Forums und der Verleihung des Peill-Preises an Gregor Schneider feierlich wiedereröffnet.

Das von Georg Frentzen im Jahr 1905 errichtete Museum wurde nach dem Dürener Industriellen Leopold Hoesch benannt und von dessen Familie gestiftet.

Bereits zur damaligen Zeit war eine Erweiterung vorgesehen, die nun durch den in Köln und Dresden ansässigen Architekten Peter Kulka realisiert wurde. Die Ausstellungsfläche wuchs von 660 auf 1700 Quadratmeter.

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