Niederzier - Lehrschwimmbecken: Gutachter sieht Sanierungskosten von 430.000 Euro

Lehrschwimmbecken: Gutachter sieht Sanierungskosten von 430.000 Euro

Von: Jörg Abels
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Die Gutachter sprechen von einer eher defensiven Schätzung und können nicht ausschließen, dass die Kosten noch einmal steigen werden. Foto: Abels
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Die Gutachter sprechen von einer eher defensiven Schätzung und können nicht ausschließen, dass die Kosten noch einmal steigen werden. Foto: Abels

Niederzier. Mindestens 430.000 Euro muss die Gemeinde Niederzier in die Hand nehmen, wenn sie das an vielen Stellen marode Lehrschwimmbecken an der Grundschule in Hambach wieder in Betrieb nehmen will. Damit bestätigt ein Kölner Fachbüro in seinem Gutachten die zuvor von Teilen der Politik angezweifelten Berechnungen der Niederzierer Verwaltung zu den Sanierungskosten.

Die Gutachter sprechen von einer eher defensiven Schätzung und können nicht ausschließen, dass die Kosten noch einmal steigen werden. Denn die Bewertung etwaiger Schadstoffbelastungen wurde bislang ebenso ausgeblendet wie die Mehrkosten für eine kindgerechte Ertüchtigung des Bades. Das durchgängig 1,35 Meter tiefe Becken müsste so umgebaut werden, dass auch Grundschulkinder gefahrlos Schwimmen lernen könnten – beispielsweise mit einem Zwischenboden in 70 Zentimetern Tiefe. Vor allem die Erneuerung der Schwimmbadtechnik, die für die Wiedereröffnung des im Herbst 2012 nach einem Lüftungsschaden geschlossenen Bades unerlässlich ist, treibt die Kosten in die Höhe.

Dass dies – wie vom Gutachter bestätigt – aus Gründen des Bestandsschutzes der Altanlage erst einmal nicht notwendig gewesen wäre, wenn die defekte Lüftung direkt für gut 8000 Euro repariert worden wäre und das Bad nicht hätte geschlossen werden müssen, ärgert die weiter vehement für den Erhalt des Bades kämpfende CDU ungemein. Sie sieht in dem Lehrschwimmbecken, das auch von vielen Vereinen und der VHS rege genutzt wurde, weiter einen Standortvorteil für die Gemeinde und befürchtet negative Auswirkungen auf das Vereinsleben, aber auch auf den Schwimmunterricht der Grundschulen, sollte in Zukunft nur noch das Lehrschwimmbecken in Huchem-Stammeln zur Verfügung stehen.

Dem widerspricht Hermann Heuser energisch. „Es gibt keine Gemeinde unserer Größenordnung, die sich zwei Lehrschwimmbecken leistet“, betont der Bürgermeister. Er wirft der CDU vor, die demografische Entwicklung auszublenden. Nicht nur, dass 2017 nur noch zwölf Schulneulinge in Hambach erwartet werden, 2019 seien es in der ganzen Gemeinde mit ihren vier Grundschulstandorten nur noch 98. Heuser verwies noch einmal darauf, dass drei der vier Grundschulleiterinnen das bereits komplett sanierte und kindgerechte Becken in Huchem-Stammeln bevorzugen. Er bot an, dort über weitergehende Öffnungszeiten am Samstag und Sonntagvormittag für außerschulische Nutzungen nachzudenken.

„Langfristig können wir uns keine zwei Becken leisten“, steht für den Bürgermeister fest. Eine kreditfinanzierte Sanierung lehnt er wie auch die SPD kategorisch ab.

Die Frage, ob die mehr als 430.000 Euro teure Sanierung in Hambach eine zukunftsträchtige Investition für die Gemeinde ist, wurde nach einer kontroversen Diskussion am Donnerstagabend noch einmal vertagt. Die SPD-Mehrheit im Rat will vor einer Entscheidung erst noch die Meinung aller Bürger abfragen, wie Ortwin Clever betonte, nicht nur der Hambacher, und die Erfahrungen der Schulen und Vereine mit dem zurzeit einzigen Standort Huchem-Stammeln abwarten.

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