Leere, die die Menschen herausfordert

Von: Stephan Johnen
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Premiere als Versammlungsfläc
Premiere als Versammlungsfläche: Das neugestaltete Museumsumfeld wurde am Donnerstag vorgestellt. Foto: Johnen

Düren. Der neugestaltete Hoeschplatz ist eine Herausforderung. Eine ganz bewusste. Architekt Peter Kulka, der auch den Anbau des Museums entworfen hatte, sprach am Donnerstag nach sieben Monaten Bauzeit bei der offiziellen Präsentation des neuen Museumsumfelds von „Leere, die die Menschen herausfordert”.

„Wir haben aufgeräumt”, sagte Kulka. Nicht das „Nette” stehe im Mittelpunkt, niemand habe die Absicht gehabt, eine perfekte Welt im Kleinen zu gestalten. „Es gibt nichts Besseres als unvollständige Dinge”, ist Kulka überzeugt. Als durchaus historischer Platz lasse das mit minimalistischen Mitteln gestaltete Museumsumfeld nun wieder Freiräume: für Begegnungen, für Denkanstöße, für den Kunstbetrieb. Und auch für die Gebäude, die den Platz als Ensemble umringen. „Sie wachsen wie Skulpturen aus dem Platz heraus”, schloss der Architekt seine kurze Ansprache - und erntete Beifall.

Die Neugestaltung des Platzes und der Außenanlagen von Leopold-Hoesch- und Papier-Museum hat 1,1 Millionen Euro gekostet, das Geld stammt aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Die Günther-Peill-Straße und die Poliusstraße wurden in das Konzept eingebunden. Eine Freifläche vor dem Hoesch-Museum soll künftig als Plattform für Groß-Installationen dienen und Bühne für Open-Air-Veranstaltungen sein.

Eine neue Promenade entlang der August-Klotz-Straße nimmt den Verlauf der alten Stadtmauer auf. Bei Nacht und in den Abendstunden der Winterzeit werden die Museen und der Glockenturm der Marienkirche angestrahlt. Lichtplanerin Anette Hartung hat das Konzept dafür entworfen.

Bürgermeister Paul Larue sprach von einem „urbanen Auftritt” der Stadt. Sicher, Dürens Nachbarn Aachen und Köln mögen als Oberzentren bei manchen Dingen den Ton angeben. „Die Musik dazwischen sollte allerdings in Düren spielen”, unterstrich Larue. Mit Museumserweiterung und Umfeldgestaltung knüpfe der Hoeschplatz wieder an die Tradition als „Kulturforum der Stadt” an.

„Das ist jetzt so und es bleibt so”, schloss Baudezernent Hans Wabbel alle vorangegangenen Diskussionen um die Neugestaltung ab. „Der Platz ist Städtebau. Der Stein von Rückriem ist Kunst. Aber das alles ist kein Design”, betonte Wabbel. Vielmehr zeige sich vor dem Leopold-Hoesch-Museum nun wieder das alte Stadtbild - das Bild eines großstädtischen Platzes, das Düren lange Zeit habe missen müssen. „Wir sind gut in Form. Was uns noch fehlt, ist das Hotel”, schloss Wabbel.

Hausherrin Dr. Renate Goldmann geizte nicht mit Lob, überließ den Planern der Stadt und den Ausführenden allerdings den Löwenanteil der Redebeiträge. Ende des Monats wird die Museumsdirektorin vorstellen, welche Skultpuren künftig das Museumsumfeld bevölkern.
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