Düren - Lebhafte Diskussion zum Thema „Gewalt unter der Geburt“

Lebhafte Diskussion zum Thema „Gewalt unter der Geburt“

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Autorin Christina Mundlos zu Gast im „Komm“-Kulturzentrum: Sie sorgte für eine lebhafte Diskussion. An dieser beteiligten sich auch einige Ärzte, die im Publikum saßen. Foto: Stadt Düren

Düren. „Heute begrüße ich ein ganz anderes Publikum als sonst“, sagte Christina van Essen, Leiterin des Frauenbüros, angesichts der vielen jungen Mütter und Väter sowie von Ärzten und Hebammen die zum zwölften Lila Salongespräch ins „Komm“-Kulturzentrum gekommen waren.

Am Vorabend der „Roses Revolution“, des Tages, an dem Frauen weltweit rosa Rosen vor die Türe von Kreißsälen legen, in denen ihnen Gewalt widerfahren ist, hatten das Frauenbüro der Stadt Düren und das Frauenforum die Autorin Christina Mundlos zu einer Autorenlesung „Gewalt unter der Geburt“. Mit Berichten von betroffenen Frauen und Hebammen, die sie aus ihrem Buch vorlas, und mit einem prägnanten Vortrag zum Thema löste die Autorin eine lebhafte Diskussion aus.

„Viel zu oft wird Gebärenden Gewalt angetan. Ihre Rechte werden oft mit Füßen getreten“, fand Christina Mundlos klare Worte für ein Thema, das wohl zu den letzten Tabuthemen in der Gesellschaft gehört.

Gewalt an Gebärenden hat nach Auffassung der Referentin viele Facetten, vom Nicht-Ernst-Nehmen ihrer Wünsche über Auslachen und Beleidigungen bis hin zu ungefragt vorgenommenen Eingriffen. Schwangere sollten ihre Rechte kennen, zu denen beispielsweise gehört, dass ohne Einwilligung kein Eingriff vorgenommen werden darf und dass sie ihre Geburtsklinik frei wählen dürfen, betonte die Referentin.

„Die Gesundheitspolitik muss umdenken“, fordert sie. Es müsse grundsätzlich mehr Geld in die Geburtshilfe investiert werden, aber nicht an Eingriffe gebunden, wie das derzeit weitgehend der Fall sei. 40 bis 50 Prozent der Frauen seien von Gewalt unter der Geburt betroffen. Zum Teil sei die Gewalt sogar durch die Strukturen vorgegebenen, erklärte Christina Mundlos, und nannte Einsparungen und personelle Engpässe als Beispiele. Dies würden dazu führen, dass Hebammen mitunter drei bis fünf Gebärende gleichzeitig betreuen müssten.

In der anschließenden lebhaften Diskussion meldeten sich auch einige Ärzte zu Wort und bedankten sich bei der Referentin und auch bei Christina van Essen dafür, dieses Thema aufgegriffen zu haben. Nur wenn Verantwortliche und Betroffene miteinander ins Gespräch kämen, ließe sich auch Vertrauen aufbauen und nur so könnten Veränderungen auf den Weg gebracht werden, zog Christina van Essen das Fazit dieser Veranstaltung, die als eine ganz besondere in die Chronik der Lila Salongespräche eingehen werde.

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