Langerwehe - Lebensfreude gepaart mit Optimismus

Lebensfreude gepaart mit Optimismus

Von: kin
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Josefine Münzhuber aus Langerwehe hat mit 92 Jahren ihr erstes Buch veröffentlicht. Sie hat über ihr Leben geschrieben, ihr Leben als moderne Frau und Lehrerin. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. Der Buchtitel könnte auch Josefine Münzhubers Lebensmotto sein. „Hakuna Matata – Alles kein Problem“ ist das gut 300 Seiten starke Werk überschrieben, in dem die 92-Jährige über ihr Leben erzählt.

Drei Jahre hatte die pensionierte Lehrerin ihre spannenden Geschichten erzählt, Vera Gemein hat sie für die alte Dame aufgeschrieben. „Meine beiden Großnichten“, erzählt Josefine Münzhuber, „haben mich einmal in ihre Schule eingeladen, um über den Zweiten Weltkrieg zu erzählen. Und anschließend haben sie mich gebeten, unsere Familiengeschichte aufzuschreiben. Und so ist dann auch die Idee zu meinem Buch entstanden.“

Zwei Dinge standen für Josefine Münzhuber schon früh fest. „Ich wusste am ersten Schultag, dass ich Lehrerin werden wollte. Und als wir später im Erdkundeunterricht über den Kilimandscharo gesprochen haben, wusste ich genauso sicher, dass ich einmal nach Afrika wollte.“ Beide Wünsche sind in Erfüllung gegangen. Trotz vieler Widerstände. Für ein Mädchen war es schwer, Anfang der 30er Jahre aufs Gymnasium zu gehen.

„Meine Eltern hatten gar kein Geld für die Schule. Aber mein Großvater hat mir Schule und Studium finanziert.“ Obwohl es damals üblich war, dass Lehrerinnen ledig blieben, hat Josefine Münzhuber ihren Mann geheiratet. „Nur Kinder haben wir keine bekommen, dabei habe ich mir immer ein ganzes Dutzend gewünscht.“ Mit 38 hat Josefine Münzhuber ihren Führerschein gemacht, kurz darauf auch den Motorradführerschein. „Der Motorradführerschein war ungewöhnlich für damalige Zeiten. Mir hat das Spaß gemacht.“

Ihr Wunsch, den Kilimandscharo zu sehen, wurde erst war, als Josefine Münzhuber schon 80 Jahre alt war. „Ich habe damals Susemarie Groß aus Langerwehe kennengelernt, die in Tansania gearbeitet hat. Und sie hat mich eingeladen, sie zu besuchen.“ Bei der einen Reise sollte es nicht bleiben, mittlerweile war Josefine Münzhuber sechs Mal in Njombe. Zuletzt 2012 mit 90 Jahren.

„Das Land fasziniert mich. Und ich wollte auch helfen.“ Dank der Initiative von Susemarie Groß wurde vor sechs Jahren der Grundstein für eine Mädchenschule gelegt. „Dass die Schule meinen Namen trägt“, sagt Josefine Münzhuber, „habe ich dem Bischof von Njombe zu verdanken. Er fand es passend, weil ich Lehrerin und mehrfach in Afrika war.“ Jetzt, mit 92 Jahren, traut Josefine Münzhuber sich keine Reisen mehr auf den afrikanischen Kontinent zu.

Helfen möchte sie den Menschen aber immer noch, vor allem, weil die Schule noch einen Anbau bekommen soll. Deswegen spendet sie auch den Erlös ihres Buches, das in Langerwehe im Pfarrbüro (Telefon 02423/2224) zu bekommen ist, an Tansania. „Der Anbau wird kommen“, sagt Josefine Münzhuber. Und da ist wieder ihr großer Optimismus. Frei nach ihrem Buchtitel „Hakuna Matata – Alles kein Problem im Leben“.

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