Lebendige Leichen und stotternde Erfinder bei „Lampenfieber“-Komödie

Von: Hendrik Buch
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Die Geisterbeschwörung im Hause Beierle hatte fatale Folgen: Im Nachbarzimmer starb ein Unbekannter. Das dachten die Teilnehmer dieses okkulten Rituals jedenfalls, aber es kam auf der Bühne des Dorfgemeinschaftshauses ganz anders als gedacht. Foto: Buch

Vossenack. Friedhelm Beierle (Alois Prinz) ist verzweifelt. Zwar hat er mit Doris Stüber (Heike Kreutz) endlich die Frau seiner Träume gefunden, aber die Sache hat noch einen gewaltigen Haken: Doris legt großen Wert auf geordnete Verhältnisse. Von solchen kann Friedhelm nur träumen.

Selbst die Bodenständigkeit in Person, lebt er mit seinen drei Geschwistern unter einem Dach. Und jedes Geschwisterkind ist eine ganz eigene Type.

Der stotternde Hubi (Andreas Kern), Erfinder von Dingen, die die Welt nicht braucht, wartet immer wieder mit haarsträubenden Ideen auf. Schwester Hermine (Lieselotte Hellwig) ist dem mystischen verfallen, wäscht sich zu Gunsten ihrer Aura nicht mehr und hält engen Kontakt zur Geisterwelt. Bruder Willi (Hermann-Josef Kirch) schließlich ist begnadeter Hacker und geht, wenn er nicht gerade mit der Mail-Adresse der Kanzlerin herumalbert, auch sonst eher zwielichtigen Geschäften nach. Wie es kommen muss, eskaliert die Situation genau während des ersten Besuches von Doris im Hause Beierle.

Das ist das Ausgangsszenario der Komödie „Für die Familie kann man nichts“, die die Theatergruppe „Lampenfieber“ Vossenack im Dorfgemeinschaftshaus auf die Bühne brachte – und dafür gleich an mehreren Spieltagen viel Applaus von den Zuschauern erhielt.

Doch zurück zur Geschichte Willi soll einen Leichentransport in ein polnisches Krematorium organisieren. Als der Leichenwagen streikt, wird der Verstorbene (Hagen Goebel) kurzerhand im Wohnzimmer der Beierles zwischengelagert. Wie der Zufall es will, führt Schwester Hermine zur selben Zeit eine Geisterbeschwörung durch, um das Liebesglück von Gundula Strauß (Michaela Rüttgers) und Gertrud Wollensiek (Erna Kreuz) zu befeuern.

Als man daraufhin die Leiche im Wohnzimmer entdeckt, ist der Fall klar: Die Beschwörung hat den Mann ermordet. Als wäre dem nicht genug, platzt auch noch Gerd Hollerbichel (Andreas Braun), Geheimagent auf der Suche nach Willi Beierle, in die Szene. Um die Situation zu vertuschen, wird der Leichnam kurzerhand als der wortkarge Familienfreund Albert vorgestellt. Zum Glück wird die Aufmerksamkeit Hollerbichels aber auch von Traudel Siebert (Annette Vieth) abgelenkt, die gerade die Steuerunterlagen für Friedhelm prüft. Ja, es wurde kompliziert im Hause Beierle.

Die Laiendarsteller von „Lampenfieber“ freuen sich nun schon seit drei Jahren über jeweils drei restlos ausverkaufte Vorstellungen. Für dieses Ziel hatten die Schauspieler unter der Leitung von Regisseurin Marion Murk seit Oktober geprobt. Der Lohn: Auch in diesem Jahr erntete man zahlreiche Lacher, und die Resonanz fiel wieder durchweg positiv aus. Und auch auf der Bühne blieb das gute Ende selbstverständlich nicht aus: Die Leiche Albert, die in ihrer Rolle so einiges durchmachen musste, war am Ende nur halb so tot wie Gedacht.

„Albert“ stellte sich als flüchtiger russischer Spion heraus, der Dank der Hilfe der Beierles dingfest gemacht werden konnte. Selbst Willi Beierle entging der gerechten Strafe, da seine digitalen Albernheiten nebenbei den griechischen Haushalt saniert haben. Und da auch Doris schließlich ein Nachsehen mit den liebenswerten Beierles hatte, stand selbst Friedhelms Liebesglück nichts mehr im Wege.

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