Leader-Bewerbung: Fünf Kommunen, drei Kreise, ein Projekt

Von: Gudrun Klinkhammer
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Bürger und Politiker aus fünf Kommunen und drei Landkreisen tragen und gestalten die Bewerbung als Leader-Region „Zülpicher Börde“. Die Chancen stehen gut, glauben die Verantwortlichen wie etwa Landrat Wolfgang Spelthahn (vordere Reihe, 3. v. re.). Foto: Gudrun Klinkhammer

Vettweiß. Die Probleme sind nicht von der Hand zu weisen: Die ländliche Region droht stellenweise auszubluten. Um diesem traurigen Trend in Erftstadt, Nörvenich, Vettweiß, Weilerswist und Zülpich entgegenzuwirken, setzten sich vor einigen Monaten Vertreter aus fünf Kommunen und drei Kreisen gemeinsam an einen Tisch und erarbeiteten eine Leader-Bewerbungsmappe.

Unter Federführung des Planungsbüros „Jung Stadtkonzepte“ aus Köln wurden Vorschläge zusammengetragen, die die Zülpicher Börde als „Leader-Region“ nach vorne bringen sollen. Würde die Zülpicher-Börde als eine solche Region im Frühjahr 2015 anerkannt, dann würden in den kommenden fünf Jahren bis zu 2,55 Millionen Euro in Projekte fließen, die die Bürger benennen können.

Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren, machte die Notwendigkeit in seiner Ansprache deutlich: „Es steht viel auf dem Spiel, der ländliche Raum steht vor gewaltigen Herausforderungen.“ Viele Bürger würden beispielsweise überlegen, im Alter in die Ballungsräume zu ziehen, dem müsse entgegengewirkt werden.

Abgabetermin ist Rosenmontag

Stadtplaner Rüdiger Wagner von „Jung Stadtkonzepte“ gewährte rund 130 Vertretern aus Politik und Bevölkerung am Mittwochabend in der Bürgerbegegnungsstätte in Vettweiß während der Präsentationsveranstaltung erste Einblicke in die bisher 65 eingegebenen Ideen, die nun zur Bewerbung gebündelt werden. Genau am Rosenmontag, also am 16. Februar, muss die Bewerbung in Düsseldorf vorliegen.

Allzu deutlich wurden die Karten jedoch noch nicht auf den Tisch gelegt, um der Konkurrenz keinen Vorteil zu verschaffen. Zunächst wurden die Stärken und Schwächen der Region benannt. Zu den Stärken des ländlichen Raums gehören der Zusammenhalt und die Verbundenheit der Dorfgemeinschaften. Sowohl das ehrenamtliche als auch das bürgerschaftliche Engagement sind stark ausgeprägt.

Zu den Schwächen zählen das mangelnde Mobilitätsangebot und die Abwanderung. Wie Rüdiger Wagner informierte, kristallisierten sich drei Handlungsfelder heraus: „Mensch und Region“, „Kultur, Freizeit und Natur“ und „Ländlicher Raum, Wirtschaft und Infrastruktur“. Zum ersten Handlungsfeld könnte etwa der Aufbau einer Willkommenskultur mit Begrüßungs- und Integrationsangeboten für Neubürger zählen.

Weiter sollen die Angebote für Kinder und Jugendliche erhöht werden, zum Beispiel durch ein kreatives Sommerfestival, eine Outdoor-Freizeithütte oder Schnupper-Sportangebote. Was das zweite Handlungsfeld angeht, hier möchten die Akteure unter anderem die Arten- und Landschaftsvielfalt sowie die historische Kulturlandschaft erlebbar machen. Das Gelände der ehemaligen Landesgartenschau Zülpich soll in den „Gartenschaupark Zülpich“ umgewandelt werden.

Zu den Ideen des dritten Handlungsschwerpunkts zählen ein Mehrgenerationen-Fitnesspark und ein interaktives Fahrgastinformationssystem. Sollte die Zülpicher Börde den Zuschlag als Leader-Region erhalten, dann würden eine Vollzeit- und eine Teilzeitstelle eingerichtet, um die Verwaltung der Mittelverteilung vorzunehmen. Zudem wäre es sinnvoll, so der Stadtplaner, wenn die Bürger als Trägerinstrument einen Verein gründen. Die Arbeitsstellen werden zu 65 Prozent aus EU-Mitteln finanziert, den Rest müssen die Kommunen und Kreise übernehmen. Was Rüdiger Wagner erfreut hervorhob: „Der Frauenanteil der Teilnehmer in der Zülpicher Börde ist mit 50 Prozent sehr erfreulich.“

In Nordrhein-Westfalen bewerben sich diesmal 43 Regionen um 24 Plätze. Bewertet werden die Eingaben nach einem Kriterienkatalog. Eine hohe Bürgerbeteiligung erhält beispielsweise viele Punkte. Rüdiger Wagner sagt dazu: „Die Chancen für die Zülpicher Börde stehen gut.“

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