Niederzier - Laser könnte „Via Belgica” trotz Tagebau sichtbar machen

Laser könnte „Via Belgica” trotz Tagebau sichtbar machen

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
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Der römische Meilenstein an der alten B55, westlich der Sophienhöhe bei Stetternich, verweist auf die „Via Belgica”, die im Rahmen des Projekts „Erlebnisraum Römerstraße” sichtbar werden soll. Foto: Abels

Niederzier. Das Ensemble römischer und preußischer Meilensteine am westlichen Rand der Sophienhöhe unweit von Stetternich ist ein stiller Zeuge der Verkehrsgeschichte im Rheinland. Die ehemalige B55 ist Teil der so genannten „Via Belgica”, einer Fernstraße, die von den Römern vermutlich zu Zeiten des Kaisers Augustus erbaut wurde.

Später diente sie zur Erschließung der eroberten Provinzen und wurde bis in die Gegenwart genutzt; bis der Tagebau Hambach Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts die Verlegung der Bundesstraße notwendig machte. Im Rahmen der Euregionalen 2008 und der Regionale 2010 soll die einst von Köln bis ins französische Bolougne-sur-Mer reichende West-Ost-Verbindung im Rahmen des Projekts „Erlebnisraum Römerstraße” bis Übach-Palenberg wieder sichtbar werden, mit einem regionalen Radwegesystem mit einheitlicher Kennzeichnung erschlossen werden und kulturhistorische Gebäude in den angrenzenden Kommunen anbinden.

Problem nur: Während große Teile der „Via Belgica” im Feld, im Wald oder in städtischen Straßenzügen wie der Aachener Straße in Köln oder eben der ehemaligen B55 an der Sophienhöhe noch gut sichtbar sind, verschwanden andere vollständig, insbesondere der Abschnitt, der durch die Gemeinde Niederzier führte. Ein Teil wurde durch die Schaufelradbagger des Braunkohlentagebaus Hambach für immer zerstört, ein anderer durch Abraum im Bereich der Sophienhöhe überschüttet. Um die ehemalige Trasse im Rahmen des Projekts trotzdem wieder sichtbar zu machen, wurden bereits verschiedenste Überlegungen angestellt, wie Dr. Nora Andrikopoulu-Strack im Niederzierer Bau- und Umweltausschuss erläuterte.

„Wir stehen mit RWE Power in Verhandlungen, auf der Sophienhöhe eine Schneise freizuschlagen”, erklärte die zuständige Abteilungsleiterin beim Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege. Aussichtspunkte auf der Abraumhalde sollen zudem die historische Streckenführung weithin sichtbar machen. Ein Ausblick, der auch Behinderten ermöglicht werden soll. Dr. Nora Andrikopoulu-Strack sprach von guten Gesprächen mit RWE Power, in regelmäßigen Abständen einen Fahrdienst auf die Sophienhöhe anzubieten.

Ein weiterer Aussichtspunkt soll bei Elsdorf entstehen, um eventuell mit einer Laserverbindung die historische Route über das Tagebauloch hinweg in Richtung Sophienhöhe zu veranschaulichen, während der Radfahrer den Tagebau umfährt.

Für das Gesamtprojekt „Via Belgica” hat das Land NRW eine achtzigprozentige Förderung von bis zu drei Millionen Euro in Aussicht gestellt, für die ersten Maßnahmen in 2009 insgesamt 500.000 Euro; vorausgesetzt, die zehn Kommunen zwischen Köln und Übach-Palenberg, die das Projekt mittragen, kommen für die übrigen 20 Prozent auf.

Projektbaustein planen

Der Bauausschuss der Gemeinde Niederzier hat sich einstimmig bereiterklärt, die anteiligen Geschäftsführungskosten bis 2012 zu finanzieren und den Projektbaustein „Tagebau Hambach Sophienhöhe” mit Unterstützung des LVR weiter zu planen. Dr. Nora Andrikopoulu-Strack schwebt zur Tourismusstärkung vor allem eine Anbindung des Hambacher Schlosses, der Burg Obbendorf und der Wasserburg in Niederzier (Altes Rathaus) an das Wegenetz der „Via Belgica” vor.
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