Larue will Innenstadt und Stadtteile weiter gleichmäßig entwickeln

Von: ja
Letzte Aktualisierung:
10744718.jpg
Paul Larue (CDU) strebt eine vierte Amtszeit an. Foto: Abels

Düren. Der Dreikampf um den Chefsessel im Dürener Rathaus: Vor unserer Gesprächsrunde am 5. September (siehe Info) beziehen die Bürgermeisterkandidaten im DZ-Kurzinterview Stellung zu ihren wesentlichen Ansichten und Zielen. Diesmal: der 59-jährige Amtsinhaber Paul Larue (CDU).

Herr Larue, Sie sind seit 16 Jahren im Amt, verfügen aber seit Mai 2014 nicht mehr über eine eigene Mehrheit im Stadtrat. Das sorgt dafür, dass Sie Entscheidungen auch gegen die eigene Überzeugung umsetzen müssen und den politischen Gegner benötigen, um eigene Ideen durchzusetzen. Warum streben Sie trotzdem eine vierte Amtszeit an?

Larue: Für 80 bis 90 Prozent meiner Arbeit brauche ich als Chef der Verwaltung keine Ratsentscheidungen – das ist laufendes Geschäft. Für die großen Entscheidungen habe ich entsprechend meinem Motto seit 1999 „Stadtentwicklung ist Gemeinschaftsaufgabe“ immer erfolgreich die Gemeinsamkeit gesucht: beim Ausbau der Kindertagesstätten, bei der Schulsanierung, bei der Museumserweiterung und Rathauserneuerung, beim Masterplan einschließlich des Stadthallengeländes, bei der Ostumgehung – um nur einige Beispiele zu nennen. Manches ist auch strittig entschieden worden, wie das „StadtCenter“ und die Arena. Beides ist heute aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Was hat denn die Koalition bisher konkret erreicht? Da fällt mir nichts ein.

Sie sehen in der Bürgermeisterwahl auch eine Korrekturwahl? Warum sollte sich am Kurs der „Ampel“-Koalition nach Ihrer Wiederwahl etwas ändern?

Larue: Ich kenne kaum jemanden in Düren, der die jetzige Koalition im Rat von der Linken bis zur FDP – oft unter Mithilfe der AfD – gewollt hätte. Ich glaube, dass die übergroße Mehrheit dieses mit fragwürdigen Machtinteressen mühsam zusammengehaltene Bündnis ablehnt. Manche uneinheitlichen Abstimmungen haben ja auch schon die Brüchigkeit der „Ampel“ gezeigt. Ich bin überzeugt, danach kommen einige im Rat ans Nachdenken, und es werden wieder schnellere und sachgerechte Entscheidungen möglich. Dann sollten unangemessene und nicht nachvollziehbare Verzögerungen bei notwendigen Maßnahmen wie der Kämmerer-Ausschreibung und dem Bau der Rettungswache West der Vergangenheit angehören. Ich bin sicher, unsere Bevölkerung hat dafür kein Verständnis.

Wenn der Wähler Ihnen am 13. September das Vertrauen schenkt, was werden Sie als erstes anpacken?

Larue: Es geht weiter um eine gleichmäßige Entwicklung der Stadtmitte wie der Stadtteile. Wir müssen unsere Rolle als das wichtigste Mittelzentrum der Region noch selbstbewusster annehmen und ausweiten. Wir haben bisher keine akademische Ausbildungsstätte und kein großes Tagungshotel. Für beide Projekte sind die Weichen gestellt. Nun geht es an die Umsetzung. Für die dörflichen Stadtteile brauchen wir teilweise eine bessere Nahversorgung und günstigere Verbindungen im ÖPNV. Nicht zuletzt liegt mir die Förderung unserer Vereine, Verbände und Selbsthilfegruppen sehr am Herzen.

Was ist Ihnen darüber hinaus noch wichtig?

Larue: Ein wichtiges Thema ist die Verbesserung von Sicherheit und Sauberkeit. Dies gilt für die Innenstadt wie für einige Stadtquartiere. Wir haben bereits gehandelt. Es gibt eine funktionierende Ordnungspartnerschaft mit der Polizei und den neuen städtischen Ordnungsdienst. Dies werde ich weiter ausbauen. Nur eine sichere und saubere Stadt ist attraktiv! Außerdem müssen wir die Verkehrsbelastung für Bürger, die an Hauptstraßen leben, vermindern. Die Ostumgehung ist im Bau. Dafür habe auch ich lange gekämpft. Wir brauchen jetzt zusätzlich die Nordumgehung sowie weitere Entlastungsmaßnahmen – auch durch Verbesserung der Angebote von Bus und Bahn oder durch Carsharing.

Sie sehen auch ein Imageproblem der Stadt?

Larue: Dass manche unserer Mitbürger zu schlecht über unsere Stadt sprechen, hat Düren mit seinen vielen Vorzügen nicht verdient. Das bescheinigen auch immer die Besucher bei den vielfältigen Veranstaltungen. Unsere im letzten Krieg nahezu gänzlich zerstörte Stadt hat sich durch die Tatkraft ihrer Bürger von diesem Rückschlag sehr gut erholt und sich einem liebenswerten Gemeinwesen mit kreativen, engagierten, humorvollen und gastfreundlichen Menschen entwickelt. Das darf nicht kleingeredet werden!

Wenn Ihnen der Bürger das Vertrauen nicht mehr schenkt, bedeutet das das Ende des Politikers Paul Larue?

Larue: Damit beschäftige ich mich, ehrlich gesagt, nicht. Bürgermeister bin ich mit Leib und Seele. Ich möchte weiter engagiert für die Entwicklung unserer Stadt arbeiten. Durch Begegnungen bei vielen hundert Hausbesuchen und tausenden von Kontakten in der Alltagsarbeit fühle ich mich von vielen unterstützt und getragen. Ich bin sehr zuversichtlich, die Wahl zu gewinnen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert