Lanz-Bulldog als Glanzpunkt der Traktorenausstellung

Von: heb
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Der Vorsitzende des Geschichtsvereins, Günther Hamboch, (vorne) und Sammler Karl Hubert Stollenwerk (hinten) präsentieren eines der Schmuckstücke der Ausstellung. Foto: Hendrik Buch

Merzenich. Eine Zugmaschine fiel beim Betreten der Traktorenausstellung des Geschichts- und Heimatvereins Merzenich am Wochenende wohl jedem Besucher gleich ins Auge. Direkt am Eingang zum Hof des Heimatmuseums thronte ein Lanz Bulldog, Baujahr 1946.

Vielmehr aber als sein beachtliches Alter machte die Maschine wegen ihres Kettenantriebs auf sich aufmerksam. „Eine solche Raupe bringt die Kraft einfach viel besser auf die Erde“, weiß Besitzer Karl Hubert Stollenwerk, Unternehmer und Lanz Bulldog-Liebhaber, „auch heute gibt es daher wieder Raupen in der Landwirtschaft“.

Neben der markanten Bereifung, die nur einen hofnahen Einsatz zuließ, kann der Golzheimer noch mit einigen weiteren Fakten zum kuriosen Gerät aufwarten. Das Lenkrad diene bei diesem Fahrzeug nicht zum Steuern, erklärt Stollenwerk. Dann greift er sich den vermeintlichen Lenker und schmeißt damit den Motor an – ohrenbetäubender Krach erfüllt die Luft. Gesteuert wird mit Hebeln.

Das Wort Krach hört Günther Hamboch gar nicht gerne. „Das ist kein Lärm“, berichtigt der Vorsitzende des Geschichtsvereins, „das ist der einmalige Ton eines Lanz Bulldogs. Das ist echte Wertarbeit.“

Mit seinem Verein hat Hamboch die Ausstellung organisiert. Neun Traktoren stellte die Familie Stollenwerk zur Verfügung, weitere zwölf kamen von den Dürener Trecker Freunden. „Jeder Traktor erzählt auch ein Stück Heimatgeschichte“, weiß der Vorsitzende. Einen Satz, den Stollenwerk, zu dessen Sammlung etliche weitere Maschinen zählen, sofort mit Leben füllt: „Wussten Sie zum Beispiel, dass früher im Brandfall die Landwirte ihre Zugmaschinen der Feuerwehr überlassen haben?“

Neben den historischen Zugmaschinen erwartete die Gäste im Heimatmuseum auch eine Ausstellung mit Traktorenmodellen, alten Fahrzeugbriefen, Zeitschriften, Nummernschildern und vielem mehr. Auch die Räumlichkeiten des Museums standen den Besuchern offen.

„Die Veranstaltung ist bewusst eine Ausstellung und kein Treffen“, betont Hamboch. Entsprechend steht der historische Charakter der Zugmaschinen im Mittelpunkt. Das älteste Fahrzeug der Ausstellung, ebenfalls ein Lanz Bulldog der Familie Stollenwerk, stammte aus dem Jahr 1926.

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