Langerweher Wanderung auf den Spuren des Bergbaus

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Die Exkursion, zu der die Interessenvertretung Pro Langerwehe eingeladen hatte, führte auch in den Steinbruch beim ehemaligen Kalkwerk.

Langerwehe. Auf Einladung der IV Pro Langerwehe fand eine mehr als dreistündige Führung über einen rund sieben Kilometer langen Rundweg im Jüngersdorfer Wald statt. Dabei ging es – auch abseits der üblichen Wanderwege – vor allem um Spuren von historischem Bergbau mit seinen Bezügen zur örtlichen Geologie.

Geleitet wurde die Exkursion von Dr. Werner von Lensa, der sich mit der Geschichte des Bergbaus in diesem Bereich beschäftigt hatte, und dem Geologen Wilfried Steffens. 35 Teilnehmer fanden sich auf dem Parkplatz am Jüngersdorfer Sportplatz ein. Nach kurzem Anstieg war ein Rundblick über die Niederrheinische Ebene, ins Wehebachtal und auf den Ausläufer des Vennsattels bei Jüngersdorf möglich. Dort finden sich die ältesten Gesteine in Nordrhein-Westfalen, die vor rund 500 Millionen Jahren entstanden sind.

Daran schließen sich nach Westen die größtenteils schiefrigen Gesteinsschichten aus dem Devon (400 Millionen Jahre) und dem Karbon (rund 330 Millionen Jahre) an. Zur Zeit des Oberkarbons kam es zur Bildung von Kohleflözen, Tonstein, Sandstein und Quarzit. Diese ursprünglich in einem flachen Meer abgelagerten Schichten sind durch Kollision von Platten des Urkontinents Pangäa vor rund 290 Millionen Jahren aufgefaltet und mittlerweile – sozusagen zu Füßen der Exkursionsteilnehmer – durch Erosion freigelegt worden.

Eine tiefe Grube

Nahe bei Oligsdriesch wurden die Teilnehmer an eine tiefe Grube geführt, in welcher noch im 19. Jahrhundert Eisenstein gewonnen wurde. Danach ging es zum Jüngersdorfer Bach und vorbei am „Wingertsberg“ mit seinen geologischen Aufschlüssen. Wie der Name verrät, wurde auf dem Schieferboden früher einmal Wein angebaut. Der Sührbach unterhalb der Laufenburg verläuft in einer geologischen Störungszone. Östlich dieses Bachs befanden sich Kalksteinbrüche, während im westlichen Bereich Bleibergbau stattgefunden hat.

In einem Steinbruch nahe des ehemaligen Kalkwerks tritt Konglomerat zutage, welches wie Beton aussieht und ein begehrter Baustoff war.

Dort wurde auch die Entstehungsgeschichte der Steinkohle illustriert, deren über- und untertägiger Abbau nahe bei Schönthal besichtigt wurde. Vorbei an den beeindruckenden Schürfgräben ging es dann zu den ‚Schwarzen Bergen‘. Diese stellen Abraumhalden des ehemaligen Steinkohlenbergwerks ‚Gerhardine‘ dar, dessen Geschichte ausführlich erläutert wurde. Die naheliegenden Quarzit-Steinbrüche wurden ebenfalls erwähnt.

Diese Wanderung zeigte allen, dass Handwerk und Gewerbe in Langerwehe eine sehr lange Tradition haben. Deshalb unterstützt die IV Pro Langerwehe diese Aktivitäten sowie die Erstellung eines Flyers zum Wanderweg und einer Informationstafel im Stil der bisherigen Infoschilder der historischen Objekte in Langerwehe. Im Herbst wird die Exkursion erneut angeboten.

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