Langerwehe: Haushaltsdefizit von vier Millionen Euro

Von: kin
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Langerwehe. Die Zahlen sehen alles anderen als rosig aus: Der Haushalt der Gemeinde Langerwehe weist zwar ordentliche Erträge in Höhe von gut 28 Millionen Euro aus, demgegenüber stehen aber Aufwendungen von mehr als 32 Millionen Euro.

Mit einer Gegenstimme (SPD) und vier Enthaltungen (SPD und Bündnis 90/Die Grünen) hat der Gemeinderat am Donnerstag den Etat für 2017 verabschiedet. „Wir haben ein Defizit von rund vier Millionen Euro“, sagte Bürgermeister Heinrich Göbbels (CDU), betonte aber, dass die Gemeinde nicht noch mehr sparen könne. „Wir haben die Mittelaufwendungen der Ämter auf das Notwendigste reduziert. Und ich kann auch sonst von einer äußerst sparsamen Haushaltsführung sprechen.“

Der mit elf Millionen Euro mit Abstand größte Anteil der Aufwendungen sind die Kreis- und die Jugendamtsumlage. Göbbels: „Es hilft uns, dass die Kreisumlage leicht gesenkt wird. Immerhin bedeutet das für die kommenden beiden Jahre Einsparungen in Höhe von 207.000 Euro.“ Das Defizit sei nicht zu beschönigen, ergänzte der Bürgermeister. Gleichwohl würde aber auch in Schulen und Kindergärten investiert. „Unsere oberste Priorität muss es sein, neue Gewerbeflächen zu erschließen. Und da sind wir auf einem guten Weg.“

CDU-Fraktionsvorsitzende Astrid Natus-Can betonte, dass Langerwehe im Jahr 2021 einen strukturellen Haushaltsausgleich, also die vollständige Deckung der Ausgaben durch Einnahmen, schaffen müsse. „Das gelingt aber nur, wenn wir die großen freiwilligen Kostenblöcke, also das Töpfereimuseum und die Kulturhalle umbauen.“ Die Kulturhalle werde aufgegeben, für das Museum möglicherweise eine andere Trägerschaft gesucht. Natus-Can: „Mit der CDU wird es aber keinen Kahlschlag geben.“

SPD-Fraktionschef Peter Münstermann betonte, dass es in Langerwehe seit acht Jahren jedes Jahr ein Minus in Millionenhöhe geben würde. „Wenn das so weitergeht, werden unsere Rücklagen in drei Jahren aufgebraucht sein.“ Auch der Sozialdemokrat ist der Meinung, dass es im Bereich Kulturhalle und Töpfereimuseum Einsparmöglichkeiten geben würde. „Gleichwohl müssen wir versuchen, alles zu erhalten, was möglich ist.“ Positiv sei, dass der Haushalt viele Positionen enthalte, die gut für die Vereine der Töpfergemeinde seien.

„Die meisten Kosten“, sagte Hans-Jürgen Knorr (Bündnis 90/Die Grünen), „lassen sich von uns nicht beeinflussen. Aber ich möchte die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, in Merode ein Bürgerhaus zu bauen.“ Immerhin seien 200.000 Euro für das Gebäude im Haushalt veranschlagt. Knorr: „Von den Folgekosten möchte ich gar nicht erst sprechen. Darüber hinaus bin ich nicht sicher, dass es wirklich Bedarf für dieses Bürgerhaus gibt.“

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