Langerwehe - Langerwehe feiert das Mittelalter

Langerwehe feiert das Mittelalter

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Blickfang im Töpfereimuseum Langerwehe: Diese Gruppe kam in historischen Jakobspilger-Gewändern zur Buch-Präsentation. Foto: Hahn

Langerwehe. Im Internet fing alles an. Petra Schier, Schriftstellerin aus dem unweit von Ahr- und Brohltal in den Ausläufern der Eifel gelegenen Dörfchen Niederheckenbach, klickte unter der Adresse www.toepfereimuseum.de auf die Website des Töpfereimuseums in Langerwehe, um sich die moderne Replik eines mittelalterlichen Pilgerhorns zu bestellen.

Unvorsichtigerweise fügte die 30-jährige Autorin noch hinzu, das Horn aus Ton (in das die Wallfahrer einst bei den Heiligtumsfahrten von Aachen oder Kornelimünster bliesen, um die hier präsentierten Reliquien zu grüßen) diene zur Illustration einer Lesung.

iesen Hinweis hätte Schier besser unterlassen. Denn Museumschefin Dr. Kirsten Ulrike Maaß wurde auf der Stelle hellhörig und überredete die Verfasserin von historischen Romanen, eben jene Lesung in dem Museum am Pastoratsweg in Langerwehe zu halten. Daraus wurde eine ganz besondere Premiere: Petra Schier las im einstigen Pfarrhof erstmals ihr neues Werk „Die Stadt der Heiligen” vor.

Seinen Rang erhielt das Kulturereignis nicht nur deshalb, weil hier ein taufrischer Band der Öffentlichkeit vorgestellt wurde (die Besprechung des Werkes folgt bald auf der Bücherseite unserer Zeitung). Eigentlich war noch nicht einmal Petra Schier allein der Star. Denn auch die Musiker der Wehter Kumpaney unter Leitung von Regina Merz konnten sich der Beachtung des Publikums sicher sein.

Denn nicht gerade wenige Männer und Frauen hatten dem Aufruf der Hausherrin Gehör geschenkt und waren in mittelalterlichen Gewändern erschienen. Viele Aktive, die im August 2008 beim Mittelalter-Markt in Eschweiler die Delegation aus Langerwehe gebildet hatten, hatten ihre originalgetreuen Kostüme noch einmal angelegt, um dem Gast die Ehre zu erweisen.

Den Vogel schoss jedoch eine Gruppe von Trier-Wallfahrern ab: Mit Stäben, Hüten mit umgeschlagener Krempe und aufgesteckter Muschel, Umhang sowie anderen Attributen sahen sie ganz aus wie einst die Pilger zum Grab des heiligen Apostels Jakobus in Santiago de Compostela.

Dennoch war die Lesung im Museum nicht nur ein Kulturereignis und schon gar nicht bloß ein Kostümfest. So hatte sich Autorin Petra Schier am späten Samstag daheim noch in die Küche gestellt und ein Dessert aus Mandelmilch und Kirschen nebst Karamel-Soße zubereitet.

Auch die Mitglieder des Fördervereins ließen sich nicht lumpen und sorgten für eine leckere Steckrübensuppe. Denn auch die Liebe zur Literatur geht manchmal durch den Magen.
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