„Lange Nacht der Industrie“: Spannender Blick hinter Werkstore

Von: Hendrik Buch
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Mit Ohrstöpseln gegen den Lärm: Bei Neapco gab es Einblicke in die Fertigung der Antriebswellen und Differentiale. Foto: Hendrik Buch
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Ein Blick ins Bad: Auch das neue Erholungsbecken des Krankenhauses bekamen der Stadtwerke zu sehen.

Düren. Der eine ist Rentner, die anderen starten gerade in den Beruf und wieder andere interessieren sich einfach für die Unternehmen unserer Region. Bei der sechsten Ausgabe der „Langen Nacht der Industrie“ nutzen am Mittwochabend rund 500 Menschen die Chance, einmal hinter die Werkstore der Industrieunternehmen zu schauen.

Beispielhaft für die Rentner steht Albert Nipps aus Lendersdorf. Über 26 Jahre hat er bis zu seiner Pensionierung in den 90ern bei Ford gearbeitet, angefangen mit der Eröffnung des Werkes 1968. Am Mittwoch kehrt er zum ersten Mal zur alten Wirkungsstätte zurück, seit diese vom US-Konzern Neapco geführt wird. „Ein, zwei bekannte Gesichter habe ich doch noch gesehen“, verrät er nach der Führung durch die Werkshalle und bedauert: „Leider sind wir nicht an meiner alten Arbeitsstelle vorbei gekommen.“

Neben Neapco fährt sein Bus noch das Lendersdorfer Krankenhaus an, wo die Stadtwerke Düren als sogenannter „Contractor“ ihr Blockheizkraftwerk (BHKW) und dessen Nutzen für das Haus verdeutlichen. Insgesamt sind rund um Düren währenddessen zehn Busse unterwegs, die alle jeweils zwei Ziele und zusammen zehn Unternehmen ansteuern. Die Veranstaltung läuft in dieser Zeit NRW-weit, rund 3500 Besucher nehmen an 60 Touren in acht Städten teil.

Bei Neapco erklärt unterdessen Niederlassungsleiter Frank Lamberty als einer von mehreren Werksführern die komplette Halle und die Produkte, die dort entstehen. In der Entwicklung gibt es sogar einen praktischen Tipp für die Besucher: „Das Schlimmste, was Sie mit einer Antriebswelle machen können, ist voll Einschlagen und dann die Kupplung ‚flitschen‘ lassen“, wissen die Entwickler nicht nur aus ihren PC-Animationen.

Vor der Ausbildung umgeschaut

Die Themen reichen ansonsten vom Robotereinsatz bis hin zur Ausbildung. Beim letzteren Thema hören natürlich vor allem die jüngeren Teilnehmer ganz genau zu. Unter anderem sind deswegen auch die 15-jährigen Lukas Neffgen und Michael Kuck bei der „Langen Nacht der Industrie“ unterwegs. Die beiden stehen kurz vor dem Start ins Berufsleben. Vor allem Lukas kann sich einen technischen Beruf gut vorstellen, Industriemechaniker möchte er werden „Da habe ich mir die Chance natürlich nicht nehmen lassen, heute einmal hinter die Kulissen zu schauen“, erklärt er.

In Lendersdorf führen die Wege in den Keller, das Kraftwerk der Stadtwerke deckt im Krankenhaus die Grundversorgung mit Strom und Wärme – ein erstaunlich kleines Gerät für diesen Einsatz offenbart sich den Besuchern. Insgesamt dauert die „Lange Nacht“ rund fünf Stunden, dann ist das Informationspensum auch erfüllt. „Es war sehr interessant“, bescheinigen die Teilnehmer dem Blick hinter die Tore der Dürener Industrie auf der Rückfahrt abschließend ein gutes Zeugnis.

Die Ausbildungsplattfom in der Region Aachen, Düren und Heinsberg: acubi.de

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