Düren - Lange Lesenacht mit kniffligen Rätseln in der Bibliothek

Lange Lesenacht mit kniffligen Rätseln in der Bibliothek

Von: Laura Huppertz
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Echte Detektivarbeit geht am besten mit Taschenlampe: Alexandra, Neela und Nikita (von links) lösen das dritte Rätsel einer Rallye in der Finsternis. Ihren Teamnamen haben sie in Anlehnung an die Jugendbuchhelden „Die drei ???“ gewählt. Foto: Laura Huppertz
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Zwischen den Bücherregalen haben es sich Felicia, Neela und Nikita (von links) auf ihrem Matratzenlager gemütlich gemacht. Foto: Laura Huppertz

Düren. Dunkle Gänge, Taschenlampen und Gestalten, die überall zwischen Regalen auftauchen – die Lesenacht wurde manchmal ganz schön gruselig für die Kinder. Sie sollte ein ganz besonderes Erlebnis für die Viertklässler werden: Neben viel Spaß und Spannung bleibt den jungen Teilnehmern wohl am besten im Gedächtnis, dass sie sich in einer Bibliothek mal ganz anders verhalten durften als sonst und sogar zwischen den Regalen übernachten konnten.

Zu Beginn des Abends waren alle Kinder sehr aufgeregt, so galt es die Fragen zu klären, wer wo schläft, wer welches Lieblingsbuch hat und was der andere alles für die Übernachtung mitgebracht hat. Bis alle Schulkinder eingetroffen waren, durften die anderen toben und spielen.

Die Bibliothek, die mit ihren vielen kinderfreundlichen Ecken genügend Platz dafür bot, war bestens für ein solches Projekt geeignet. Die Schüler konnten Gesellschaftsspiele spielen, Höhlen bauen oder es sich in eine der vielen Sitz- und Liegemöglichkeiten mit einem Buch bequem machen.

Der erste Programmpunkt des Abends war eine Rallye durch die düsteren Gänge der Bibliothek. Die Kinder bildeten vier Gruppen und mussten nacheinander die versteckten Hinweise finden und die Rätsel lösen. Einziges Hilfsmittel hierbei waren ihre Taschenlampen und ihre Köpfe, um die kniffeligen Fragen zu lösen.

Michael Treubig, Mitarbeiter der Dürener Stadtbibliothek, begleitete die Kinder bei ihrem gruseligen Gang durch die finsteren Regale und Abteilungen. Da er sich bestens in den Gängen auskennt, konnte er sie so manches Mal erschrecken. So fielen hier öfters die Sätze: „Aah! Ich hab mich voll erschreckt“ oder „Ich hab so Angst im Dunkeln“.

Nachdem die Kinder diese Herausforderung gemeistert hatten, kamen sie aufgeregt zur Gruppe zurück. Herausgefunden hatten sie Götternamen der Inka-Gottheiten, um die es in einer später selbst geschriebenen Geschichte von Treubig ging. Den Zettel mit den Lösungen mussten die einzelnen Gruppen geheim halten und so wurde schnell nach Verstecken gesucht, welche die anderen Mitschüler nicht finden würden. In der Zwischenzeit konnten die anderen Gruppen, die nicht an der Reihe waren, zusammen spielen oder basteln.

Dabei halfen sich die Teilnehmer gegenseitig, eine Inka-Landschaft mit dem kleinen Vulkan nachzubauen, um die sich dieser Abend drehte. Auch für ausreichend Essen und Trinken war gesorgt worden. So gab es Mandarinen, Gebäck zum Knabbern und auch Gummibärchen. Immer wieder holten die Kinder sich Bücher, in denen sie eine Weile schmökerten und blätterten, und die sie dann aufgeregt ihren Freunden oder ihrer Lehrerin Isabell Freyschmidt zeigten.

Diesen Enthusiasmus für Bücher und für Lesen möchte sie mit solchen Aktionen fördern. „Ich möchte, dass die Kinder mehr außerschulische Aktivitäten wahrnehmen und alles mit Büchern unterstütze ich“ erklärte sie. So besucht sie regelmäßig mit ihrer Klasse Lesenachmittage, wo verschiedene Bücher vorgelesen werden. „Solche Aktionen fördern das Sozialverhalten, die Klassengemeinschaft und lassen die Kinder selbstständiger werden“, begründete Isabell Freyschmidt ihr Engagement. Von ihrer Bewerbung für die Lesenacht hatte sie diesen nichts gesagt und verkündete später den Gewinn.

„Wir waren voll überrascht und haben uns gefreut. Frau Freyschmidt hatte ja nichts vorher gesagt“, sagten Elisabeth und Giselle. Einmal woanders übernachten war für die meisten Kinder nichts Neues. Öfters hatten sich schon bei den Großeltern geschlafen, doch in einer Bibliothek – das war etwas ganz Besonderes. Auch Maksim fand diesen Abend toll.

„Mir gefällt am besten das Rumtoben und die Stationen der Rallye“, erklärte er. Florian, der Comics liebt, erzählte: „Ich mag am Liebsten ,Die drei ???‘. Die Bücher sind zwar immer ein bisschen dick aber total spannend. Meine Lieblingsfigur ist Justus, weil der richtig gut nachdenken kann“.

Neben der Rallye wurde spät eine Führung nur mit Taschenlampen durch die Katakomben der Stadtbücherei gemacht und danach noch die selbst geschriebene Geschichte vorgetragen. Danach stand zur Auswahl, selbst zu lesen oder sich vorlesen zu lassen. Zu Ende ging die Lesenacht mit einem tollen Frühstück am nächsten Morgen, das die Eltern organisiert hatten.

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