Landwirte „ackern“ für die Artenvielfalt

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Michael Niesen, Geschäftsführer der Kreisbauernschaft, und der Vorsitzende Erich Gussen (r.) präsentieren die neue Aktion. Foto: KB Düren

Kreis Düren. Landwirtschaft und Artenvielfalt – lässt sich das vereinbaren? Aus Sicht der Kreisbauernschaft Düren schon. „Landwirte ackern für die Artenvielfalt“ lautet der Titel einer aktuellen Mitteilung der Kreisbauern. Dies geschehe mit Blüh- oder Pufferstreifen, blühenden Zwischenfrüchten oder Brachen.

Mit Schildern werben die rheinischen Bauern jetzt für ihre Leistungen. Welche Vorteile ein Blühstreifen oder andere Maßnahmen der Artenvielfalt bringen, erläuterte Erich Gussen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Düren.

Auf den landwirtschaftlich kultivierten Äckern und Wiesen hätten sich spezifische Tierarten der Offenlandschaft angesiedelt. Sie könnten nur gemeinsam mit der Landwirtschaft bewahrt werden, da sie ihren Lebensraum oft inmitten der landwirtschaftlich genutzten Flächen gefunden hätten, wie zum Beispiel die Feldlerche oder viele Wildbienen. In den blühenden Flächen fänden bestäubende Insekten genauso wie Feldvögel wertvolle Lebensräume zur Nahrungssuche, Fortpflanzung und Überwinterung.

Gussen machte darauf aufmerksam, dass es dringend notwendig sei, nach kooperativen Wegen im Natur- und Artenschutz zu suchen. „Hier gehen rheinische Landwirte mit gutem Beispiel voran. Wir lassen etwa artenreiche Wiesen entstehen und schaffen zum Beispiel Lebensräume für Kiebitze, Flachgewässer für Kreuzkröten sowie Streuobstwiesen für den Steinkauz. Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft koordiniert solche Natur- und Artenschutzmaßnahmen in enger Kooperation mit den Landwirten“, sagt der Vorsitzende. Für den damit verbundenen Ertragsausfall und Mehraufwand erhielten die Landwirte eine Vergütung.

Damit auch die Bevölkerung erfährt, dass Landwirtschaft und Artenschutz miteinander vereinbar sind, machen neue Informationstafeln am Rand der Flächen auf die Leistungen der Betriebe für den Artenschutz aufmerksam. Mit diesen Aktionen würden die Landwirte dazu beitragen, dass die Bestände der Arten bewahrt und weiterentwickelt würden, die auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere in Nordrhein-Westfalen stehen.

Im aktuellen Antragsjahr wurden alleine im Rahmen der ökologischen Umsetzung der EU-Agrarreform mehr als 138.000 Hektar in Nordrhein-Westfalen ökologische Vorrangfläche Zwischenfrüchte eingesät.

Mit rund 13.500 Hektar nehmen Pufferstreifen, Brachen oder Blühstreifen einen Anteil von rund einem Viertel der ökologischen Vorrangflächen ein. Damit sieht sich die nordrhein-westfälische Landwirtschaft auf einem guten Weg, die mit dem Landwirtschaftsministerium in einer Rahmenvereinbarung zur Biodiversität vereinbarten Ziele zu erreichen, verstärkt ökologisch hochwertige Maßnahmen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen umzusetzen.

„Bei den Randstreifen ist es dringend erforderlich, dass die EU von den starren Bedingungen absieht und den Landwirten bei den Aussaat- und Mulch-Zeitpunkten in Abstimmung mit den jeweiligen Anforderungen des Naturschutzes mehr Möglichkeiten gibt“, forderte Gussen.

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