Vettweiß - Landfrauen-Tipps: Den Frühling in Öl und Acryl festhalten

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Landfrauen-Tipps: Den Frühling in Öl und Acryl festhalten

Von: Anne Wildermann
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Für den Hintergrund benutzt Marie-Luise Klein einen Schwamm. Foto: Wildermann
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Die erste Tulpe malt sie mit einem spitzen Pinsel in U-Form. Foto: Wildermann
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Wer mag, kann auch eine zweite Tulpe dazu malen und Glockenblumen. Die malvenfarbenen Schneebälle lockern das Gesamtmotiv schließlich auf. Foto: Wildermann

Vettweiß. Selber machen statt kaufen: Oft fehlt die Zeit dazu, weil Beruf, Familie und Haushalt kaum Platz für das Ausleben von Kreativität lassen. In loser Folge stellt die DZ Landfrauen aus der Region vor, die ein Händchen fürs Selbermachen haben und dazu jede Menge Tipps und Tricks kennen.

Künstlerin Marie-Luise Klein (74) aus Vettweiß, seit 20 Jahren Mitglied bei den dortigen Landfrauen, gibt seit 30 Jahren Kurse an der VHS sowie in ihrem Atelier in Vettweiß. Sie zeigt, wie man in zwei Stunden ein Blumenbild aus Acryl- und Ölfarben auf eine Leinwand pinselt. Nicht nur fürs eigene Wohnzimmer, sondern auch zum Verschenken.

„Blumen gehören zu meinen Lieblingsmotiven. Allerdings sind sie auch nicht gerade einfach zu malen. Schließlich muss die Pinselführung immer zum Mittelpunkt gehen. Jeden Strich, der falsch ist, sehe ich sofort“, sagt Klein. Sie zeigt auf ihre Zertifikate, die an der Wand hängen und ihre Erfahrung belegen sollen: Sie hat Kurse bei dem amerikanischen Maler Gary Jenkins in Berlin belegt, der sich auf Blumen spezialisiert hat.

Und bei dem US-Maler Bob Ross, dessen TV-Sendung „The Joy of Painting“ auch in Deutschland gezeigt wurde. Er ist zwar seit Mitte der 90er Jahre tot, Malkurse werden in seinem Namen aber nach wie vor angeboten.

Einreiben, tupfen, intensivieren

Eine 40 mal 60 Zentimeter große Leinwand reibt Klein mit einem gewöhnlichen Spülschwamm ein, den sie vorher in Weiß, Gelb, Orange und Grün getaucht hat. Auf diese Art entsteht der Hintergrund. Ein wenig tupfen mit grüner Farbe am unteren Bildrand ist auch erlaubt, um das Gras der Wiese zu intensivieren. Zum Schluss verreibt Klein mit ihren Händen – zum Schutz trägt sie Einweghandschuhe – die Farbe.

Einen breiten Pinsel taucht sie sowohl in Gelb als auch in Grün ein und zieht aus dem Handgelenk vom unteren Bildrand nach oben schmale Striche, die oben breiter werden – es entstehen Grashalme. „Statt einer Palette benutze ich eine Glasscheibe, von der ich die Ölfarbe abnehme“, sagt Klein und drückt aus Tuben gelbe, rote, dunkelrote, grüne und braune Farbe. Dann stellt sie das Bild auf eine Staffelei und diese auf einen Tisch.

„Ab jetzt arbeite ich mit einem Blumenpinsel. Der ist so spitz wie ein Messer und nicht ausgefranst“, erklärt Klein. Zum Verblenden, also für die Übergänge zwischen den Farben, nimmt sie einen trockenen Pinsel.

Den Blumenpinsel taucht sie in das Gelb und malt im oberen Drittel des Bildes ein breites U, das sie anschließend ausmalt. Dann setzt Klein den Pinsel mit roter Farbe an und malt über das gelbe U. Allerdings nicht zu stark, damit der gelbliche Ton noch durchschimmert und Nuancen entstehen. Wichtig: Das U sollte oben nicht zu akkurat sein. „Blumen sind von Natur aus auch nicht wie mit dem Lineal gezogen“, sagt Klein.

Nicht nur die Form birgt kleine Fehler, auch die Farbe: Mit einem Pinsel mit dunkelroter Farbe streicht Klein am oberen Blütenrand bis zur Mitte. Jetzt changiert die Tulpe von Dunkelrot über Rot zu Gelb. Mit schwarzer Farbe tupft die Künstlerin ganz leicht in die Mitte der Tulpe und lässt so den Stempel, der die Samen trägt, entstehen. Wer mag, kann wie Klein, auch mehrere Tulpen nebeneinander malen. Oder noch rote Glockenblumen und malvenfarbene Schneebälle mit gelben Blütenakzenten.

Zuletzt brauchen die Tulpen Stiele. Mit einem Trick pinselt Klein diese mit einem Arbeitsschritt in bicolor. „Mit der einen Pinselseite nehme ich gelbe Farbe auf und mit der anderen einen Mix aus Grün und Braun“, erklärt Klein. „Dann setze ich die Pinselborsten direkt unter der Blume an und ziehe sie nach unten. Dabei geben die Borsten nach und laufen in Malrichtung zusammen.“

Wer sich ausprobieren will, kann einen Schnupperkurs belegen. Dieser findet ab dem 22. Juli immer samstags von 13.30 bis 17.30 Uhr statt. Kontakt und Infos unter: Telefon 02424/7489, 0163/5593059, per E-Mail an a_mlklein@t-online.de und auf www.ma-lu-kl.de.

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