„Land des Lächelns”: Liebe zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
lächeln14_bu
Eine Liebe, zum Scheitern verurteilt: Prinz Sou-Chong (Matthias Pagani) und Lisa (Beatrice Forler) haben keine gemeinsame Zukunft. Foto: Schmitz

Düren. Eine Liebe zwischen zwei Kulturen, eine Aufführung im Haus der Stadt zwischen „Immer nur lächeln” und leiser Enttäuschung. Die Landesbühne Rheinland-Pfalz gastierte mit der Franz-Lehár-Operette „Land des Lächelns” und präsentierte einerseits einen Strauß aus beliebten und bekannten Melodien und eine Inszenierung, die eher beiläufig war.

Vor kargem Bühnenbild kamen die angenehmen Stimmen der Protagonisten zur Geltung, die - mit ein paar Ausnahmen, - aber überwiegend Statuen glichen.

Die Wiener Grafentochter

Meist lieblich kam die Operette daher, deren Hintergrund die Konfrontation zweier Kulturkreise ist. Die Wiener Grafentochter Lisa verliebt sich in den chinesischen Prinzen Sou-Chong und reist mit ihm nach China. Die Liebe scheitert letztlich im Netz der gesellschaftlichen und politischen Abhängigkeiten. Auf der Bühne ging dies alles blitzschnell. Gerade noch verliebte Blicke, wenige Augenblicke später das Scheitern. So richtig nachvollziehen konnte man das Bühnengeschehen nicht.

Das Drama, das sich eigentlich abspielte, das Auseinandergehen eines Paares, das nicht an sich selbst scheitert, sondern dessen Liebe an scheinbar unüberbrückbaren politischen Zwängen zerbricht, bei dem Wunsch und Wirklichkeit auseinander klaffen, wurde lediglich oberflächlich gestreift. Vielleicht war es Absicht, die Problematik eines Kulturaustausches zu verdrängen, wenn Abendland auf Exotik trifft und wenn die Anziehungskraft nachlässt, man sich wieder nach dem Ursprünglichen sehnt. Die innere Zerrissenheit wurde wenig glaubhaft dargestellt, die mimischen Ausdrucksformen waren eingeschränkt, der Zusammenprall der Kulturen eher nebensächlich.

Das Publikum im ausverkauften Haus der Stadt hatte dennoch Spaß an der Gute-Laune-Produktion. Exotische Klangakzente, romantische Arien und eine Geschichte von Glück und Leid, Traum, Hoffnung und Realität, angereichert mit einigen Gags. Szenenapplaus gab es für die Akteure nach gelungenen Arien, die auch heute noch nichts von ihrer Anziehungskraft verloren haben.

Viele Zuschauer schienen in dem Melodienreigen zu schwelgen, in dem das sentimentale „Dein ist mein ganzes Herz” sicherlich der bekannteste „Hit” ist. Das Herz der Zuhörer eroberte aber Anna-Mari Takenaka, die einmal schon vom Äußeren her fernöstliches Flair verbreitete, auf der Bühne für einigen Wirbel sorgte und stimmlich beeindruckte. Sie erhielt den größten Beifall. Matthias Pagani als Prinz Sou-Chong ließ ebenso wie Beatrice Forler als Lisa des Öfteren vergessen, dass die Musik vom Band kam.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert