Düren - Lässt die Stadt Düren 39 Kita-Kinder im Regen stehen?

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Lässt die Stadt Düren 39 Kita-Kinder im Regen stehen?

Von: Jörg Abels
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Weist die Kritik der Grünen und der SPD am Jugendamt entschieden zurück: Thomas Floßdorf (CDU).

Düren. Die Betreuungswünsche der Eltern im Kindergartenjahr 2014/2015 haben im Jugendhilfeausschuss (JHA) der Stadt Düren für reichlich Zündstoff gesorgt. SPD und Grüne werfen CDU und Jugendamt vor, 39 Kinder mit einem angemeldeten Betreuungsbedarf von 45 Stunden aus finanziellen Gründen im Regen stehen zu lassen.

Ein im Vorfeld von einer Arbeitsgruppe unter Mitwirkung des Jugendamtes erstellter Plan sei kurzfristig von der Verwaltung für null und nichtig erklärt worden.

Jugendamtsleiter Ansgar Kieven bestätigt, dass aufgrund des auch von der Opposition Mitte Dezember verabschiedeten Doppelhaushalts 2014/2015 mit einem festgelegten Budget für die Kita-Betreuung nicht alle Wünsche der Eltern und Kita-Träger umgesetzt werden konnten. Das hätte ungedeckte Mehrausgaben von rund 300 000 Euro zur Folge gehabt. Probleme aber sieht Kieven in diesem Vorgehen aufgrund der Erfahrung der vergangenen Jahre nicht.

200 Betreuungsgeld-Anträge

Zum einen stelle sich immer noch heraus, dass Eltern ihre Kinder in gleich mehreren Kitas angemeldet hätten, zum anderen habe die Stadt knapp 200 Anträge auf Betreuungsgeld (im Volksmund auch „Herdprämie“ genannt) genehmigt. Beides werde dazu führen, dass in der Praxis weniger Kinder betreut werden müssen als von den Kitas jetzt gemeldet, ist Kieven überzeugt. Sollte dann immer noch Betreuungsbedarf bestehen, habe jede Kita vor Ort noch die Möglichkeit zu reagieren, betont Kieven.

Auch der Ausschussvorsitzende Thomas Floßdorf (CDU) kann die Kritik nicht nachvollziehen, schon gar nicht die mit CDU-Mehrheit abgelehnte Forderung nach einer Sondersitzung des Ausschusses. „Weil wir den Bedarf bis zum 15. März ans Landesjugendamt melden müssen, hätten wir damit die Landeszuschüsse gefährdet“, reagierte Floßdorf entsetzt. 2013 waren das rund acht Millionen Euro. Er verweist darauf, dass der Status quo bei der Betreuung faktisch nicht gekürzt worden sei. Konkret heißt das: 55,7 Prozent der rund 2600 Kinder im Bereich der Stadt Düren werden 45 Stunden pro Woche betreut, 43,3 Prozent 35 Stunden. Nur ein Prozent der Eltern hat 25 Stunden angemeldet.

Die Grünen bezweifeln die Höhe der vom Jugendamt berechneten Mehrkosten und wollen diese bis zur Ratssitzung am 9. April noch kritisch hinterfragen. Nach eigenen Berechnungen führe der zusätzliche Bedarf nur zu einem Mehraufwand von etwa 50 000 Euro, betont Bruno Voß, die im 28 Millionen Euro umfassenden Jugendamtsetat doch wohl zu finden sein müssten. Auch eine Sondersitzung sei durchaus noch in dieser Woche möglich gewesen, ärgert sich Verena Schloemer.

Thomas Floßdorf kann das erneute Misstrauen von SPD und Grünen gegenüber dem Jugendamt, das auch bereits rund um dem Umzug der Kita „Villa Winzig“ deutlich wurde, nicht nachvollziehen. „Jedes Jahr haben wir bei den Betreuungswünschen das gleiche Theater, im Nachhinein aber keinerlei Probleme.“

Vielleicht kann in Zukunft eine vom Jugendamt geforderte neue Computer-Software helfen, mehr Transparenz in das Anmeldeverfahren zu bringen.

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