Düren - Lärmaktionsplan setzt auf Flüsterasphalt

Lärmaktionsplan setzt auf Flüsterasphalt

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Wenn möglich will die Stadt Düren zur Lärmreduzierung in Zukunft wie hier auf der Stürtztraße Flüsterasphalt einsetzen. Foto: Abels

Düren. Lärm macht krank. Und deshalb ist auch die Stadt Düren auf Basis der europaweiten Umgebungslärmrichtlinie verpflichtet, in einen Lärmaktionsplan Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung in empfindlichen Bereichen wie Wohnungen, Schulen oder Krankenhäuser aufzuzeigen.

Manko: Ein gesetzlicher Anspruch der Bürger auf Durchführung konkreter Maßnahmen besteht nicht. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel, die Angaben des Lärmaktionsplans aber müssen bei der Erstellung künftiger Bauleitpläne berücksichtigt werden. Eine Karte der vom Schienenverkehr ausgehenden Lärmbelastung liegt noch nicht vor.

Das Land NRW hat jedoch eine Lärmkartierung für alle Bundes- und Landstraßen erstellt, die täglich von mehr als 8000 Fahrzeugen befahren werden und in denen die Lärmbelastung tagsüber mehr als 65 und nachts mehr als 55 Dezibel beträgt. „Nur diese können wir daher im Lärmaktionsplan auch berücksichtigen“, erklärt Anke Leimert vom Tiefbauamt der Stadt, „auch wenn wir natürlich wissen, dass die Lärmbelastung auch an vielen anderen städtischen Straßen über den Grenzwerten liegt.“ In Düren sind daher erst einmal nur die B 56, die B 264 und Teile der B 399 (Bahnstraße), die Renkerstraße (L 13), die L 249 mit Ober-, Nideggener und Kreuzauer Straße) sowie die L 257 in Arnoldsweiler betroffen. Eine genaue Übersicht findet sich im Internet unter www.umgebungslaerm-kartierung.nrw.de.

Dass die geplanten Umgehungsstraßen die größte Entlastung bringen würden, liegt auf der Hand. Allerdings liegt deren Realisierung bis auf die B56n noch in weiter Ferne. Daher zeigt der Lärmaktionsplan nicht nur auf, welche Entlastungen mit den geplanten Umgehungsstraßen verbunden wären. Er zeigt auch, wie mit stadtverträglichem Umbau von Straßenabschnitten wie zum Beispiel der Euskirchener Straße nach dem Bau der Ostumgehung und der Förderung von Rad- und Fußverkehr sowie des ÖPNV Lärm reduziert werden könnte. Eine der wichtigsten Maßnahmen, erklärt Anke Leimert ist der Einsatz von sogenanntem Flüsterasphalt, der künftig überall dort, wo möglich verwendet werden soll. Allerdings stößt auch das an finanzielle Grenzen, weil für den Flüsterasphalt gleich zwei Fahrbahnschichten erneuert werden müssten und die Anwohner daher abgabenpflichtig würden.

An der Erstellung des Lärmaktionsplans können sich die Bürger aktiv beteiligen. Der Entwurf liegt vom 8. Juli bis 5. August im städtischen Tiefbauamt, im Stadtentwicklungsamt und im Bürgerbüro aus. Auch auf der Internetseite der Stadt (www.dueren.de) können sich Bürger informieren, bei einer Informationsveranstaltung am Dienstag, 16. Juli, 18 Uhr, wird der Plan im Bürgerbüro, Markt 2, vorgestellt und diskutiert.

Wichtig ist Anke Leimert aber noch eines: Alleine könne die Stadt die Lärmprobleme nicht lösen. „Jeder kann dazu beitragen, den Lärm zu reduzieren, etwa mit dem Verzicht auf unnötige Autofahrten, mit rücksichtsvoller Fahrweise, den Kauf von lärmärmeren Reifen und dem Umstieg auf Busse, bahnen oder das Fahrrad.“

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