Lärm im Garten und Krach mit dem Nachbarn

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Solche Geräte brauchen nur Profis. Das Landesumweltamt rät Besitzern kleiner Gärten beispielsweise, die leiseren Elektrogeräte zu nutzen. Foto: smb

Kreis Düren. Vielleicht kennen Sie das auch: Die Arbeit im Garten ist getan, der Rasen gemäht, das Laub aufgesammelt, die Kanten getrimmt. Endlich ist es Zeit, sich mit einer Tasse Kaffee hinzusetzen, ein Buch zu lesen, das Vogelgezwitscher zu genießen. Und just in dem Moment greift der liebe Nachbar zur Kettensäge und setzt an seinen Bäumen zum Pflegeschnitt an.

Ab dem Frühjahr führt der Betrieb von nicht ganz geräuschlosem Gartengerät immer wieder zu Beschwerden wegen Lärmbelästigungen bei den Ordnungsämtern und manchmal auch zum handfesten Nachbarschaftsstreit.

Die Gemeinde Kreuzau hat sich daher entschieden, ihre Bürger auf der Internetseite pünktlich zur „Rasenmäher-Saison“ über Rechte und Regelungen zu informieren.

„Als Grundregel gilt: Jeder hat sich so zu verhalten, dass andere nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar durch Lärm belästigt und beeinträchtigt werden.“ Will heißen: Wenn der Rasenmäher zu einer anständigen Zeit läuft und dass den Nachbarn stört, dann hat dieser Pech gehabt. Läuft der Rasenmäher aber am Sonntagmorgen, dann dürfen die Nachbarn sich zu Recht beschweren.

Während wohl jeder schon mal zu einem geräuschvollen Gartengerät gegriffen hat, dürfte noch fast niemand in die rechtlichen Werke geschaut haben, die deren Gebrauch regeln. Das sind nämlich die „Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung“, das Landesemissionsschutzgesetz sowie das Gesetz über Sonn- und Feiertage. Die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung gilt für sage und schreibe 57 Geräte - vom Betonmischer und Hydraulikhammer bis hin zu Kettensägen, Rasenmäher, Heckenscheren und Laubbläsern.

Sonntags muss es still sein

„An Sonn- und Feiertagen dürfen diese Maschinen überhaupt nicht und an Werktagen nur in der Zeit von 7 bis 20 Uhr betrieben werden“, erklärt die Gemeinde Kreuzau auf ihrer Internetseite. Das gelte für Wohngebiete.

Wer jetzt glaubt, quasi ganztägig zu jeglichen Geräten greifen zu können, der irrt. Denn für Freischneider, Grastrimmer/Graskantenschneider (mit Verbrennungsmotor), Laubbläser und Laubsammler gibt es Sonderregelungen. Sie dürfen in Wohngebieten erst ab 9 Uhr laufen und müssen eine Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr einhalten, bevor sie wieder bis 17 Uhr losrattern können. Es sei denn, sie haben? Genau: Ein EU-Siegel. Sind sie mit dem EU-Umweltzeichen versehen, steht der Gartenarbeit zwischen 7 und 20 Uhr nichts im Wege.

Wenn wir die reinen Wohngebiete verlassen und uns in ein Misch- oder Dorfgebiet, dort ist auch Gewerbe zulässig, begeben, greift die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung nicht. Dann sind die beiden anderen Regelungen an der Reihe. An Sonn- und Feiertagen sind aber auch dort alle ruhestörenden Arbeiten verboten, sofern nicht eine Ausnahmegenehmigung vorliegt. Außerdem sind Tätigkeiten, die die Nachtruhe stören, zwischen 22 und 6 Uhr verboten.

„Darüber hinaus gibt es keinen besonderen Lärmschutz in der Mittagszeit“, teilt die Gemeinde Kreuzau mit, die zugleich appelliert: „Hier gilt das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme.“ Und die kann auch in allen anderen Fällen nicht schaden.

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