Lachyoga: Einfach lachen wie der Weihnachtsmann

Von: Anne Wildermann
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Die Milchshake-Übung gehört zu Freialdenhovens Klassikern und steht auch auf jedem seiner Handzettel, die er seinen Teilnehmern austeilt. Foto: Wildermann
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Die Milchshake-Übung gehört zu Freialdenhovens Klassikern und steht auch auf jedem seiner Handzettel, die er seinen Teilnehmern austeilt. Foto: Wildermann
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Die Milchshake-Übung gehört zu Freialdenhovens Klassikern und steht auch auf jedem seiner Handzettel, die er seinen Teilnehmern austeilt. Foto: Wildermann

Drove. Zum Lachen in den Keller gehen, würde Toni Freialdenhoven (64) aus Drove nie einfallen. Er lacht, giggelt und kichert, wie es ihm gerade passt. Allerdings lacht er niemals über andere Menschen. Sich über seinen Gegenüber lustig zu machen, käme ihm nicht in den Sinn.

Der zertifizierte Lachyogi-Leiter hatte bis vor vier Jahren recht wenig zu lachen. „Aufgrund von privaten Problemen hatte ich eine sehr starke depressive Phase“, sagt er und gestikuliert dabei wild mit seinen Händen. Die braucht er auch für seine Übungen. Aber nicht nur die. Bei seinen Seminaren, die er unter anderem an der Volkshochschule in Düren und Eschweiler gibt, in Seniorenheimen oder vor Fachpersonal der LVR-Klinik in Köln, kommt auch sein schlanker Körper zum Einsatz.

Bevor Freialdenhoven als Lachyogi tätig wurde, war er 30 Jahre Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflegeberufe. „Interesse an alternativen Heilmethoden hatte ich schon immer“, sagt er und blättert in einem Aktenordner, der nur Materialien übers Lachyoga enthält. Er wusste, dass er nur mit Veränderungen aus der Depression heraus kommen würde. „Für mich wurde das Lachyoga zum Rettungsanker.“

Für den einen oder anderen klingt Lachyoga nach hippem Quatsch, der vor allem von Frauenzeitschriften angepriesen und von Großstädtern ausgeübt wird, die auch im Bio-Supermarkt einkaufen. Fakt ist: Die Wissenschaft des Lachens gibt es wirklich und heißt Gelotologie. Der indische Arzt Madan Kataria hat die Wissenschaft mit Atem- und Yogaübungen kombiniert und damit das Lachyoga salonfähig gemacht. Unser Gehirn merkt im Übrigen nicht, ob wir künstlich oder echt lachen. Es schüttet ganz viele Wohlfühlhormone wie Endorphin aus. Außerdem werden allein im Gesicht 17 Muskeln beim Lachen aktiviert.

„Man muss die Übungen schon regelmäßig machen. Kontinuität ist das Wichtigste dabei. Nur dann kann ich feststellen, was mir das Lachyoga bringt und was passiert, wenn ich es nicht mache“, sagt Freialdenhoven. Er selbst absolviert jeden Morgen seine „Aufsteh-Lach“-Übung vor dem Spiegel. Dabei streckt und spreizt er Arme und Beine. Er reckt den Hals und wirft den Kopf in den Nacken, springt von einem Bein auf das andere. Dann klatscht er dreimal in die Hände und ruft laut: „Hohoho! Hahaha!“ Er klingt in dem Moment wie der Weihnachtsmann. Peinlich ist ihm das nicht. Bei gutem Wetter, vor allem im Sommer, steht er morgens auf seiner Terrasse oder im Garten und macht dort seine Übungen. „Für mich ist Lachyoga die Krönung aller Entspannungstechniken“, sagt er.

Vor allem Senioren will er den Sport näherbringen. Fingerglieder, Muskeln und die Koordination werden bei den Übungen trainiert. Der Kreislauf kommt in Schuss und den Muskelkater vom Lachen gibt es gratis dazu. „Die älteren Menschen können meine Übungen auch wunderbar im Sitzen machen. Also, kein Problem für Menschen, die im Rollstuhl sitzen“, sagt Freialdenhoven. In eineinhalb Stunden kann er 25 Übungen durchnehmen. Registriert sind weltweit 300. Und zum Schluss seiner Seminare verteilt er Handzettel mit „Tonis Allerlei-Übungen“.

Momentan spielt Freialdenhoven mit dem Gedanken, ob er nicht noch ein Aufbauseminar macht. Günstig ist das nicht. Bis zu 3500 Euro kann das kosten. Geldmacherei sei das für den Drover aber nicht. „Die Leute, die ausbilden, machen das, weil es ihnen Freude bereitet“, erklärt er. In Deutschland gibt es nur vier Lachyoga-Master, die vom indischen Arzt Kataria ausgebildet wurden.

Fürs Erste würde sich Freialdenhoven schon über einen Raum freuen, den er regelmäßig zusammen mit zehn bis 15 Teilnehmern nutzen kann. Vorzugsweise abends . „Ich will Lachtreffs in Düren veranstalten. In anderen Städten sind die schon etabliert.“

Kontakt unter Telefon 02422/1622 oder per E-Mail an tonifreialdenhoven@t-online.de.

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