Kurt Gothe: „Krise lässt den Handel zusammenrücken”

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Er steht wieder an der Spitze des Dürener Citymarketings: Kurt Gothe. Foto: Lammertz

Düren. Er war lange Jahre Geschäftsführer der CityMa GmbH. Jetzt ist Kurt Gothe zurück an der Spitze des Dürener Citymarketings. Als Vorsitzender der inzwischen zum Verein umfunktionierten CityMa folgte der 70-Jährige, der in seinem Familienunternehmen (Fahrrad Gothe) noch beratend tätig ist, dem aus persönlichen Gründen zurückgetretenen Guido Duell.

Christoph Lammertz sprach mit Kurt Gothe über die Aufgaben der CityMa und über Probleme und Chancen des Dürener Einzelhandels.

Herr Gothe, welche Ziele stehen ganz oben auf der Agenda des neuen CityMa-Chefs?

Gothe: Mein Vorgänger Guido Duell hat sehr gute Arbeit geleistet. Was wir verbessern können, ist unsere öffentliche Darstellung. Wir sollten unsere gute Arbeit offensiver nach außen tragen, damit wir als Klammer für die Dürener City noch stärker wahrgenommen werden. Denn die Innenstadt braucht diese Klammer. Es gibt in Düren zu viele Grüppchen, zu viele Einzelinteressen, die schwer unter einen Hut zu bringen sind. Aber ich bin überzeugt davon, dass wir auf einem guten Weg sind, die Interessen besser zu bündeln.

Was macht Sie so optimistisch?

Gothe: Nur ein Beispiel: Das Mitternachtsshopping mit Lichterfest unter dem Titel „Düren leuchtet” ist in den ersten beiden Jahren mit heißer Nadel gestrickt worden. Eine gute Idee ist deshalb nicht so umgesetzt worden, wie es möglich wäre. Jetzt sind unsere Planungen für das nächste „Düren leuchtet” am 31. Oktober schon sehr konkret und wir haben uns in Sachen Beleuchtung die Hilfe von Profis gesichert. So haben wir genug Zeit, alle relevanten Gruppen einzubinden und gemeinsam etwas Attraktives auf die Beine zu stellen.

Der Dürener Einzelhandel setzt vor allem auf Betreiben der Großen wie Kaufhof und Stadtcenter verstärkt auf derartige Events. Bei den Kleineren stößt das nicht nur auf Begeisterung. Ist es aus Ihrer Sicht der richtige Weg, um die Einkaufsstadt Düren weiter voranzubringen?

Gothe: Ja. Wir müssen uns zwischen Aachen und Köln positionieren. Mit solchen besonderen Aktionen machen wir auf uns aufmerksam. Wer an den langen Einkaufsabenden zu uns kommt, der sieht die Vorzüge der Einkaufsstadt Düren und wird auch wiederkommen.

Was sind die Vorzüge der Einkaufsstadt Düren?

Gothe: Es sind die kurzen Wege, das sehr gute Parkplatzangebot und unsere attraktiven Geschäfte. Natürlich haben wir auch in Düren Billigläden und viele Filialisten. Aber es gibt hier auch noch Qualität zu kaufen. Und im Frühjahr und Sommer trägt die Außengastronomie sicherlich auch zur Attraktivität der Innenstadt bei.

Das Niveau zu halten, ist aber nicht einfach. So waren für das Ladenlokal, das Quelle am Markt verlassen hat, so prominente Namen wie Gerry Weber im Gespräch. Jetzt zieht dort ein weiterer Billigladen ein.

Gothe: Das ist natürlich sehr bedauerlich. Aber in solchen Fällen können wir als Citymarketing-Verein keinen großen Einfluss nehmen. Wie ich hörte, soll der Vermieter mit den prominenteren Interessenten nicht zurechtgekommen sein. Die Immobilieneigentümer haben eine große Verantwortung, die sie leider nicht immer in unserem Sinne wahrnehmen. Anderseits freut es mich, dass wir jetzt in der Post einen italienischen Feinkostladen haben. Das ist ein neues Qualitätsgeschäft und bringt die Entwicklung an der Post hoffentlich ins Rollen. Dieses Gelände zu bebauen, ist wichtig für die Einkaufsstadt Düren. Und ich weiß, dass Rewe großes Interesse daran hat, dort einen Frischemarkt zu eröffnen.

Sie sind als Ehrenamtler der Verantwortliche bei der CityMa und damit auch Chef des hauptamtlichen Citymanagers Wilhelm Streb. Wie sehen Sie seine Rolle in Düren?

Gothe: Er muss sich aus meiner Sicht noch mehr auf seine Kernaufgaben konzentrieren. Das sind das Leerstandsmanagement und die Organisation und Vermarktung von Aktionen, an denen sich möglichst alle beteiligen. Herr Streb wird leider auch aus dem Rathaus mit vielen kleineren Aufgaben betraut, die ihm nach meinem Empfinden Zeit stehlen, die er in wichtigere Arbeit investieren könnte.

Ein Dauerbrenner bei den offenen Baustellen im Handel der Dürener Innenstadt sind die Öffnungszeiten. Wird sich dort jemals eine gemeinsame Lösung finden lassen?

Gothe: Das ist sehr schwierig. Meines Erachtens brauchen wir zumindest die Kernöffnungszeit von 9 bis 19 Uhr. Aber es gibt in der Innenstadt sogar noch Geschäftsleute, die davon überzeugt sind, dass es für sie sinnvoll ist, schon um 18 Uhr zu schließen. Mehr als appellieren können wir da leider nicht.

Die Wirtschaftskrise wird auch am Einzelhandel nicht spurlos vorübergehen. Krisenzeiten sind im besten Fall Zeiten, in denen man enger zusammenrückt. Sehen Sie für die Dürener Innenstadt diese Chance?

Gothe: Diesen Eindruck habe ich schon. Die Bereitschaft zur Kooperation ist bei vielen vorhanden. Der Kaufhof-Geschäftsführer bringt sich ein, der neue Manager des Stadtcenter ist ein sehr angenehmer Partner. Aufgabe der CityMa ist es, sie, die anderen Geschäftsleute, die Immobilienbesitzer, die Stadt und alle anderen relevanten Gruppen in der Innenstadt regelmäßig an einen Tisch zu bringen, damit wir Düren gemeinsam voranbringen.
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