Kunstwerke, die sich mit Krieg beschäftigen

Von: Sandra Kinkel
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Ralf Gerth aus Gürzenich ist Metallbaumeister, aber er ist auch Künstler. Einen Teil seiner Arbeiten stellt er am 8. September beim Eifelmarkt in Langerwehe aus. Foto: Sandra Kinkel

Düren/Langerwehe. Ralf Gerth aus Gürzenich ist von Beruf Metallbaumeister. Der Mann macht Gelände- und Metallbau, Montagearbeiten und ist viel unterwegs. Ralf Gerth ist aber auch ein sehr kreativer Mensch. Ein Künstler. Und einer, der seine Umwelt mit offenen Augen betrachtet.

Die Ergebnisse seiner Beobachtungen verarbeitet Ralf Gerth in großen Skulpturen. Einen Teil seiner sehr interessanten Arbeiten zeigt er am Sonntag, 8. September, auf dem Eifelmarkt im Langerweher Töpfereimuseum.

Die Liebe zum Schmieden hat Ralf Gerth schon früh entdeckt. „Eigentlich als ich mein Meisterstück gemacht habe“, erzählt er. „Und seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen.“ Ralf Gerth hat später angefangen Blumen zu schmieden, die Inspiration zu seiner ersten Skulptur hat er nach dem Einsturz des World Trade Centers in New York am 9. September 2001 bekommen.

„Ich habe im Fernsehen nur noch zwei Fragmente des Gebäudes gesehen, die in den Himmel ragten. Alles andere war zerstört.“ Ralf Gerth hat diese beiden Fragmente in Stahl geformt, und sie dann über und über mit Rosen versehen. „Die Rosen bedeuten für mich das Leben. Wenn alles zerstört ist, holt die Natur es sich irgendwann wieder zurück. Es wachsen wieder Pflanzen.“ Eins, so Gerth, müsse den Menschen nämlich klar sein: „Wir brauchen die Natur und nicht umgekehrt.“

Ralf Gerth hat im Laufe der Jahre viele weitere Kunstwerke geschaffen, die sich mit Katastrophen oder auch geschichtlichen Ereignissen auseinandersetzen. In Erinnerung an den Ersten Weltkrieg, dessen Beginn sich im kommenden Jahr zum 100. Mal jährt, arbeitet der Metallbaumeister derzeit an einem Todesbaum. An dem Baum soll auch ein Skelett hängen, aber eben auch wieder unzählige Rosen und eine Hand mit dem Peace-Zeichen.

Einen deutschen und einen amerikanischen Soldatenhelm hat er in einem Kunstwerk zum Zweiten Weltkrieg verarbeitet. Auch mit der Katastrophe von Fukushima hat Gerth sich künstlerisch auseinandergesetzt. Ein leeres Säurefass wird plötzlich Teil einer Skulptur, ein überdimensionales Insekt, das oben drauf sitzt, soll verdeutlichen, dass die Evolution sich immer wieder wiederholt.

„Die Ideen gehen mir nie aus“, sagt Ralf Gerth. „Die Kunst ist mein Hobby.“ Ein Hobby, mit denen Gerth sich fast jedes Wochenende beschäftigt.

Beim Eifelmarkt in Langerwehe hofft er, ausführlich mit den Besucherin ins Gespräch zu kommen. „Ich kann leider meine Arbeit nicht vor Ort präsentieren, weil ich noch keine Feldesse habe, mit der ich in Langerwehe schmieden kann. Aber ich möchte den Leuten meine Kunst erklären und auch näherbringen.“ Das tut Ralf Gerth übrigens auch regelmäßig in seiner Werkstatt. Regelmäßig hat er Schulklassen in seiner Werkstatt zu Gast, die dann auch einmal selbst versuchen dürfen zu schmieden. „Und meine Lehrlinge bekommen diese Möglichkeit natürlich auch.“

Grundsätzlich sei ihm sein Arbeitsplatz an der Schmiede aber absolut heilig. „Da darf beispielsweise auch niemand aufräumen – auch nicht meine Auszubildenden.“

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