Lendersdorf - Kunstobjekt schafft Ordnung auf dem Tisch

Kunstobjekt schafft Ordnung auf dem Tisch

Von: Julian Loevenich
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Der Künstler Sebastian Gerhards (links) und Akademiedirektor Helmut Holt. im Vordergrund das Werk „relationSHIP“. Foto: Julian Loevenich

Lendersdorf. Die Form ist klar, kaum verspielt. Als Fundament erstreckt sich ein ausgehobeltes helles Kirschholzstück einen Meter in die Länge, an den beiden Enden ist es abgerundet. Individuell verschiebbare Brücken, aus Edelmetall gefertigt, sind über den durch LED-Lampen erstrahlten Hohlraum gespannt. Sie dienen als Ablagefläche für Gläser, Salzstreuer, Teller.

Das Ganze hört auf den Namen „RelationSHIP“, ist eine Arbeit des Dürener Künstlers Sebastian Gerhards und kann seit dem Wochenende in der Akademie für Bildende Kunst bestaunt werden.

„Das ist meine Bachelorarbeit“, zeigt Gerhards auf sein Werk. Neun Wochen hat der Produktdesign-Student der Fachhochschule Aachen an seinem funktionalen Tischobjekt gearbeitet. Gerhards erinnert sich an den Anfang zurück: „Zunächst war da die Frage ‚Was steht alles auf dem Tisch?‘“ Die Antwort: Schalen, Besteck, Salzstreuer, Gläser. Aus all den einzelnen winzigen Elementen, versuchte der ehemalige Schüler und derzeitige Dozent der Akademie etwas Neues zu erschaffen.

Erstes Modell aus Schaumstoff

Im dritten Entwurf gelang ihm ein guter Ansatz. Ein Vormodell aus Schaumstoff wurde hergestellt, „dann habe ich es selbst aus Holz gehauen.“ Der vorletzte Schritt war die Visualisierung am Computer, ehe das gesamte Objekt durch eine Holzdesign-Firma aus München real wurde.

„Ich wollte etwas machen, dass die einzelnen Sachen auf dem Tisch in der Mitte zusammenbringt“, erklärt der 23jährige. Deshalb auch der Name „Relation-SHIP“. „Ship, weil es die Form eines Schiffchens hat und Relation wegen der Verbindung zwischen den verschiedenen Materialien.“ Aber auch, so führt er aus, weil sein Werk Menschen beim Essen zusammenführe. Neben den beiden Tischen in der Mitte des Raumes zieren große Bilder mit futuristischen Farb- und Formwelten die weißen Wände.

„Das ist Konzept-Art“, so Gerhards, der in der Hüttenstraße auch Bilder aus seiner Schüler- und Anfangszeit an der Akademie ausstellt. Helmut Holt, Direktor der künstlerischen Einrichtung, bewundert Sebastian Gerhards Gespür für seine klaren Darstellungen. Gerhards spricht nicht mit großem künstlerischen Gehabe, er tritt frei von Allüren auf und das reflektiert auch sein konzentriertes Schaffen, sein erstes richtiges, logisch strukturiertes Produkt, das etwas ganz Besonderes ist.

Geöffnet ist die Ausstellung in der Akademie bis zum 16. Juli jeden Dienstag von 15 bis 18 Uhr.

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