Gürzenich - Kunstgenuss: Seltene Einblicke in den Schillingspark

Kunstgenuss: Seltene Einblicke in den Schillingspark

Von: Stephan Johnen
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Künstlerische Skulpturen in künstlich gestalteter Natur: Parkraum heißt die Ausstellung im Gürzenicher Schillingspark. Foto: Stephan Johnen

Gürzenich. Der Schillingspark ist ein Tor zum Paradies. Ach was, er ist ein kleines Paradies auf Erden. Sanft wiegen sich die Wipfel der Bäume im Wind, setzt ein Graureiher zur Landung auf einem der Weiher an, spiegeln sich dunkle Wolken und frisches Grün auf der Wasseroberfläche. Romantisch? Sicherlich. Kitschig? Möglicherweise.

Verzaubernd? Auf jeden Fall! Der Park ist ein verstecktes Kleinod - von Menschenhand geschaffene Natur. Eine Gartenskulptur. „Als Künstler kann ich mir keinen schöneren Ort vorstellen, um mein Schaffen zu präsentieren”, sagt der Dürener Bildhauer Pit Goertz. Deswegen lässt er das künstliche Paradies zur Bühne für eine Ausstellung werden. Parkraum heißt die Messe, auf der 33 Kreative aus vier Nationen ihre Werke präsentieren.

Drei Tage lang werden dafür über Pfingsten die Türen des Privatgartens geöffnet, werden seltene Einblicke in die Parkanlage möglich. „Die spezielle Atmosphäre von künstlich gestalteter Natur und künstlerischer Skulptur bietet den Besuchern ein besonderes Kulturerlebnis”, ist Pit Goertz überzeugt. Seit 1990 organisiert der Bildhauer Kunstausstellungen im Schillingspark.

Unterstützung erfährt er dabei nicht nur von der Erbengemeinschaft, die den Zugang zum denkmalgeschützten Park ermöglicht, sondern auch von Sponsoren wie der Bürgerstiftung Düren. „Ich wünsche mir, dass Parkraum zu einer festen Größe im Kunstgeschehen wird”, denkt Pit Goertz laut nach. Eine ernstzunehmende internationale Adresse, ein beachtetes Forum. Fand die Messe bisher eher unregelmäßig statt, soll sie künftig jedes Jahr über Pfingsten Platz in den Terminkalendern der Kunstfreunde finden. Die Schwerpunkte werden jedes Mal anders gewichtet, an diesem Pfingstwochenende stehen Außenskulpturen im Mittelpunkt. Kleine Sonderschauen in den romantischen Gebäuden der Parkanlage sind den anderen Richtungen gewidmet.

Zu den kunstschaffenden Gästen gehören beispielsweise mit Steff Adams und Sarah Schiffer Gesichter, die in der Region nicht unbekannt sind. Andere Bildhauer reisen aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden an. „Wir haben sehr viele Holzbildhauer dabei, aber auch Kinetiker, die ihre zum Teil übermenschlich großen Windspiele ausstellen”, kündigt Goertz an. „Ich habe keine Berührungsängste mit dem Wort Gartenkunst”, fährt er fort. „Aber es wird keine Baumarktkunst geben.”

Doch zurück zur Gartenkunst: Dass der Schillingspark mit den Künstlern konkurrierend in einen Dialog tritt, nimmt Ausstellungsorganisator Pit Goertz gerne in Kauf. Schließlich ist der Garten selbst äußerst sehenswert.

Angelegt wurde der Park vom königlichen Oberförster Thimoteus Josef Schillings in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Fachmann komponierte den romantischen Landschaftsgarten um mehrere bestehende Weiher herum, die von Mönchen des Klosters Schwarzenbroich im 15. Jahrhundert für die Fischzucht genutzt worden waren. Thimoteus Schillings wandelte die etwa 17 Hektar große Fläche in einen romantischen Wassergarten um, legte Inseln an und platzierte Bauten wie ein Fachwerkhäuschen, eine Turmruine und ein Entenhaus. Gekonnt formte er die Landschaft, schuf eine künstliche Wildnis.

„An dieser Stelle treffen Geschichte und Natur geballt aufeinander”, findet Pit Goertz. Vor 19 Jahren hat er den Schillingspark zum ersten Mal betreten. Seitdem lässt ihn der Park nicht mehr los. Ja, vielleicht ist Pit Goertz sogar verliebt. Eine Liebe, die er gerne mit anderen Menschen teilt.

Öffnungszeiten

Geöffnet ist der Park am Samstag, 30. Mai, von 14 bis 18 Uhr. Pfingstsonntag, 31. Mai, und Pfingsmontag, 1. Juni, sind die Pforten von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Natürlich sind auch Park-Freunde herzlich willkommen, die einen Blick auf den denkmalgeschützten romantischen Landschaftsgarten werfen möchten. Für das leibliche Wohl der Besucher ist gesorgt, es gibt Kaffee und Kuchen im Schatten der Bäume. Eine an der Schillingsstraße ortseinwärts gelegene Wiese wird für das Wochenende zum kostenfreien Parkplatz umfunktioniert. Der Weg wird ausgeschildert. Der Eintritt kostet 3 Euro für Erwachsene (ermäßigt 1,50 Euro, Kinder bis zwölf Jahre frei).
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