Kunstakademie: Aus simplen Telefonzellen werden bunte Bücherschränke

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Gestaalteten mit Heimbacher Dozenten die Telefonzellen: 14 Kinder aus Titz. Foto: pp/Agentur ProfiPress

Heimbach. Sieben ausrangierte Telefonzellen der Telekom erwarb der Verein „Lit.Eifel“, um fünf zu Bücherschränken umzufunktionieren und in beteiligten Kommunen aufzustellen. Zwei der Sprechzellen erhält die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien. Welche Stadt oder Gemeinde einen Bücherschrank erhält, wird ausgelost, verriet Professor Dr. Frank Günter Zehnder, Leiter der Kunstakademie Heimbach.

Doch bevor die Telefonzellen aufgestellt werden können, mussten sie hergerichtet werden. Schlosser Bernd Maaßen aus Monschau fertigte das Innenleben und installierte die metallenen Bücherregale. Im Heimbacher Bauhof wurden die Zellen schließlich im Rahmen eines Kunstprojektes verschönert, bei dem die Künstler mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten. Fünf Dozenten der Kunstakademie Heimbachnahmen sich der Sache an.

Mit 14 Kindern aus der Offenen Jugendarbeit in Titz begannen die Arbeiten. Dozent Maf Räderscheidt widmete sich bekannten Märchen. Auf himmelblauem Untergrund wurden Geschichten der Brüder Grimm verewigt und zwei Flüchtlingskinder aus Albanien gestalteten die albanische Sage vom Mann, der einen Felsblock trägt. Auf der Telefonzelle des Kölner Malers Michael Koch hinterließen die Kinder und Jugendlichen Botschaften hinterlassen. So befand sich der Name eines Smartphones ebenfalls auf der Zelle wie das Logo von Batman oder eine Huldigung an den Fußballprofi Lionel Messi.

Wieder etwas ganz anderes machte Beatrix von Bock aus Jülich. Ihre Zelle wurde mit einer besonderen Drucktechnik verziert. Ebenso kunterbunt wie abstrakt waren die Ansätze von Wieslawa Stachel, die in Köln und im polnischen Chelm lebt, und Antonio Nuñez aus Aachen. Stachel ist eine Vertreterin der rhythmisch-organischen Malerei und zeigt das auch auf der pink gefärbten Telefonzelle. Sie zeichnete bunte Muster, die für Bücher stehen. Nuñez hingegen arbeitete mit Maler-Kreppband. Es wurde auf die Zelle geklebt, eingefärbt und wieder abgezogen. So entstanden präzise, immer gleich breite waagerechte und senkrechte Streifen.

Hoffnung auf den Zuschlag für eine Zelle macht sich Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer. Er weiß auch schon einen geeigneten Platz in der Nähe der Kunstakademie.

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