Kunst, Film und Musik für einen guten Zweck

Von: Bruno Elberfeld
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Niederau. Bürgermeister Paul Larue (CDU) freute sich in seinem Grußwort zur Eröffnung der 18. Kulturtage des Lions-Clubs „Düren-Marcodurum“ über ein passgenaues Datum, das ihm als gelerntem Historiker nicht entgangen war.

Vor 100 Jahren nämlich, im Jahr 1917, wurde im texanischen Dallas die weltweite Bewegung des „Lions-Hilfswerkes“ aus der Taufe gehoben. „Aber im Gegensatz zu dem zurzeit kursierenden Satz ‚We make America great again‘ lautete und lautet die Maxime der Lions-Freunde immer ‚We serve‘“, erläuterte Larue. Besonders die große Vielfalt der Kunstformen während der Kulturtage war dem Bürgermeister wichtig.

Larue zählte sie auf: darstellende Kunst, Fotografie, Film, Theater, Musik und Lesungen. Sehr angetan zeigte sich der Bürgermeister davon, dass ehemalige Abiturienten, die nun weit weg von Düren ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben, dank der Kulturtage immer wieder einmal in ihre Heimatstadt zurückfinden – wenn auch nur für wenige Tage.

Individuelle Auseinandersetzung

Die Leiterin des Leopold-Hoesch-Museums, Dr. Renate Goldmann, führte kenntnisreich in die Werke der fünf Künstler, der fünf „Dürener Köpfe“, ein. Sie übertitelte die Ausstellung mit dem weit gefächerten Begriff „Ansichten“. „Vier Frauen und ein Mann suchen die individuelle Auseinandersetzung mit dem Leben durch ihre Kunst“, eröffnete Goldmann ihre Laudatio.

Die Fotografin und Bildkünstlerin Birgit Fischer, hatte wohl den kürzesten Anfahrtsweg. Sie wohnt und arbeitet im Kreis Düren. Wunderschöne Landschaften hängen auf der Empore der Ausstellungsräume, Motive von Bahnhof und Fußgängerzone lassen Fischers humorvollen Umgang mit ihrer Stadt erkennen. In einigen Fotos treten Clowns auf, eine Parade bunter Ironie. „Birgit Fischer“, verriet Goldmann, „spricht oft von einer Hassliebe zu ihrer Stadt.“

Der moderne Fortschritt

Stefan Potts Thema ist der „moderne Fortschritt“. In seinen Bildern und Installationen verarbeitet er „Wissenschaft und Technik“ mit ihrer „Erfüllungsgehilfin Werbung“. Dabei beleuchtet der Künstler beide Seiten einer Medaille: die unbestreitbaren Errungenschaften und die daraus negativen Folgen. Unverkennbar die berufliche Qualifikation Potts als Grafiker, der Ernst und Witz als Beistand für seine Weltsicht einsetzt.

Unübersehbar präsentieren sich die Kollagen von Anica Bücker. Bunte, handgeknüpfte Kunstfelle hat die Absolventin der Kunstakademie Düsseldorf auf Leinwände aufgebracht. Die einzelnen Felle tragen menschliche Vornamen.

Den Schwerpunkt ihres künstlerischen Tuns sieht Rahel Bachem zurzeit in der zeichnerischen Darstellung von Tieren und Fantasiegebilden. In Bachems Buch, das Laudatorin Renate Goldmann ausdrücklich empfahl, findet der Interessent passende Texte. Die Tierzeichnungen in Schwarz-weiß kommen recht geheimnisvoll daher. Eingebettet sind die Figuren in bunte Farben.

Birgit Wolfram, in Deutschland und in den USA ausgebildet, zeigt großformatige Gemälde mit Schmetterlingen. Durchscheinende Flügel, zarte Farben und geheimnisvolle Formen geben den Exponaten etwas Unwirkliches mit dem Ziel, die Schönheit der Natur einzufangen. Die Lions-Freunde boten den Gästen zum Schluss der Veranstaltung eine Überraschung. Ein Bild aus Birgit Fischers Werkstatt wurde zugunsten des guten Zwecks der Kulturtage versteigert. Und immerhin: Der Erlös der Versteigerung betrug 500 Euro.

Begrüßt worden waren die Gäste von Lions-Club-Präsident Kurt Matejit, der versprach, dass in diesem Jahr die 400.000-Euro-Marke geknackt werden würde. In den vergangenen 17 Jahren brachten die Kulturtage einen Erlös von 385.000 Euro. 2017 werden „Düren Kultur“, das Jugendamt der Stadt, die „Lebenshilfe Kreis Düren“, und das „Heinrich-Böll-Haus“ in Langenbroich unterstützt. Der Rest geht – wie immer – in den „Feuerwehrfonds“ des Clubs, der Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind, schnell und unbürokratisch helfen kann.

Familientag

Für die musikalische Begleitung der Vernissage waren Musikschulleiterin Andrea Nolte, Akkordeon, und Dozent Joachim Locker, Klarinette, verantwortlich.

Am Sonntag fand der traditionelle Familientag statt. Mit besorgten Blicken auf das Wetter traten in einem „Instrumentenkarussell“ Musiker der Musikschulen Düren und Kreuzau auf. Zudem gab es Tanz- und Theatervorführungen. Der künstlerische Leiter von Schloss Burgau, Pit Goertz, bot einen Papierworkshop an.

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