Heimbach - „Kunst aus Osteuropa“ im Haus des Gastes

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„Kunst aus Osteuropa“ im Haus des Gastes

Von: Bruno Elberfeld
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Dimitri Furmann, Edith Cremer, Veronika Gerz und Alex Wyssozki (v.l.) eröffneten – stellvertretend für 23 Künstler – die Ausstellung „Kunst aus Osteuropa“ im Heimbacher Haus des Gastes. Foto: Bruno Elberfeld

Heimbach. Der Besucher könnte in den nächsten Wochen in der Ausstellung im Haus des Gastes auf den Gedanken kommen, der Träger, die Stadt Heimbach, hätte noch einmal alle künstlerischen Kräfte aufgeboten, um das Haus einige Wochen vor der Schließung bis auf den letzten Platz mit Kunst zu füllen.

Insgesamt 23 Künstlerinnen und Künstler aus der Ukraine und Russland gewähren mit 123 Exponaten Einblicke in ihr reichhaltiges künstlerisches Tun.

Alla Beletschenko hat die Bilderschau organisiert. Bei der Vernissage hatte sie Mühe, die genaue Zahl der Künstler und ihrer Werke zu erfassen, zumal in den unteren Räumen noch weitere Gemälde zum Austausch bereitstehen.

Gewiss ist die Anordnung der Bilder für den erfahrenen Ausstellungbesucher etwas ungewöhnlich, doch diese kreative Unordnung wird wettgemacht von der hohe Qualität der meisten Werke. Zusammengekommen ist ein Konglomerat vieler Stilrichtungen. Die Bilder, gemalt in Acryl, Öl, Aquarell, Gouache, diversen Mischtechniken haben Seelen, leben durch die Kraft ihrer Schöpfer. Auffallend sind Gemälde mit Kugelschreiber, akkurat gezeichnet von Dimitri Furmann. Jedes einzelne Werk einzeln zu beschreiben, würde Seiten füllen. Doch einige müssen, weil herausragend, genannt werden.

Unter ihnen die Steinbilder, „Steinmandalas“ mit sakralem Hintergrund, von Vladimir Bysow. Auf den ersten Blick steckt der Betrachter die Ölgemälde in die Schublade des Fotorealismus. Sie wirken wie „Bilder für die Ewigkeit. Stillleben, abstrakt und gegenständlich, Straßenzüge, Landschaften, Charakteristika aus vielen Kontinenten und Ländern, Akte, gemalt und fotografiert, ein Wust von Eindrücken.

Der ersten Durchsicht müssen unbedingt weitere folgen, um die Fülle der Werke mit ihrem unglaublichen Ideenreichtum ein wenig gerecht zu werden. Die Bilder sprechen von der neu gewonnenen Freiheit, die ihre Maler durch den Wechsel in den Westen erfahren durften, aber auch von der sorgfältigen akademischen Ausbildung, die alle Aussteller genossen haben. Gemälde, die die slawische Seele widerspiegeln, hängen neben Exponaten, die in Deutschland gemalt worden sind.

Die Romantik spielt eine Hauptrolle, wenn Dorfszenen aus der alten Heimat Erinnerungen wachrufen. Blumensträuße, dekorativ und gewaltig, sprechen von menschlicher Nähe und Freundschaften in der wirtschaftlichen Kargheit. Spürbar die Kontraste zwischen dem heroischen Realismus osteuropäischer Prägung und dem vom Zwang gelösten westlichen Kunstverständnis.

Den Besucher erwarten (oder überraschen) realistische, moderne und expressionistische Arbeiten: von klassischer Moderne über Ex- und Impressionismus bis hin zum Kubismus, fast alles ist im Haus des Gastes zu finden.

Begrüßung der Gäste und Laudatio oblagen der stellvertretenden Bürgermeisterin Edith Cremer. Die Bilderschau ist zu sehen bis zum 4. September und zwar täglich von 10 bis 19 Uhr.

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