Kunst aus Nideggen hängt in den Palästen der Scheichs

Von: Bruno Elberfeld
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Malerin Muna Götze malt in ihrem Atelier in Nideggen oft bis spät in die Nacht. Foto: Elberfeld

Nideggen. Erst vor gut drei Jahren entdeckte Muna Götze aus Nideggen in sich den Wunsch zu malen. Als Frau spontaner Entschlüsse machte sie sich ans Werk, fand Gefallen daran, brachte ihre Gedanken und Gefühle mit Pinsel, Spachtel und Acryl auf Leinwand. Freunde und Bekannte animierten sie bald, eine Ausstellung zu wagen.

„Glaub nur ja nicht”, kommentierte eine gute Freundin, „dass du etwas verkaufst.” Eine Bewerbung beim Kunst- und Museumsverein Nideggen fiel durch, die Stadt Heimbach aber gab Muna Götze eine Chance - und lag damit offenbar richtig. Denn inzwischen hat die Künstlerin aus Nideggen in Kuwait ausgestellt und für 2010 die Einladung eines Ateliers nach New York.

„So viele Menschen habe ich bei einer Ausstellungseröffnung im Haus des Gastes noch nicht gesehen”, wunderte sich die Heimbacher Vizebürgermeisterin Evelyn Fleuth, als Muna Götze zum ersten Mal in größerem Rahmen ihre Kunst präsentierte. Dabei stand die nächste Station schon fest: Kuwait. Eine Freundin hatte ihr an der deutschen Botschaft in Kuwait eine Ausstellungsmöglichkeit verschafft.

Die Malerin kam, sah und siegte. Heute hängen Bilder von ihr in manchem Scheich-Palast. Das Kuwaitische Fernsehen sendete in seiner „Weekend Show” einen großen Bericht über die Vernissage, der deutsche Botschafter Dr. Michael Worbs wurde vor die Kamera geholt, Muna Götze auf einer Couch interviewt - ein unglaubliches Erlebnis.

Die Kuwaitis waren sichtlich froh, Muna Götze, eine Frau mit vielen Wurzeln, präsentieren zu können. Ihr Gästebuch, das sie in der Deutschen Botschaft in Kuwait ausliegen hatte, ist voller prominenter Namen, Botschafter aus aller Herren Länder verewigten sich darin.

Die Hobbykünstlerin wurde in Gazastadt geboren und verbrachte dort die ersten beiden Lebensjahre. Nach einer Zwischenstation in Kuwait landete sie schließlich mit ihrer Mutter, einer gebürtigen Österreicherin, in Wien. Mit zehn Jahren kam sie nach Deutschland.

Während der Ausstellungseröffnung in Kuwait wurde sie für das Jahr 2010 nach New York eingeladen. „Da wurde es mir doch etwas mulmig”, sagt Götze bescheiden. „Meine zweite Ausstellung überhaupt, im Ausland, in Kuwait - das war schon ein Hammer. Aber die dritte in New York ist schon fantastisch.” Im Gespräch ist eine weitere Bildershow in London. Doch bevor sie das realisiert, möchte sie mit ihren Gemälden nach Wien, in die Stadt ihrer Kindheit.

Muna Götzes Bilder sind abstrakt mit meist lebhaften, kräftigen Farben. Der Betrachter soll sich von den Bildern inspirieren lassen und eigene Gedanken und Gefühle entwickeln. Wer ihr Werk näher kennen lernen möchte, kann sich auf ihrer Homepage einen ersten Eindruck verschaffen.
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