Künstlerin Jutta Henselin stellt im Kreuzauer Rathaus aus

Von: bel
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Mit dem stellvertretenden Bürgermeister Hermann-Josef Schmitz eröffnete Jutta Henselin ihre erste Einzelausstellung im Rathaus. Foto: bel

Kreuzau. Die beiden Töchter und der Gatte können da nur nickend zustimmen. Wenn Jutta Henselin schon eine Kleinigkeit an ihrem Gemalten stört, kratzt sie die Farbe energisch ab. Eine Variante ist, die Leinwand einfach in den Keller zu bringen, damit sie nicht mehr ins Auge der Malerin fällt.

Alles, was „schief läuft“, mag die Künstlerin nicht. Sie kommt aus dem Bereich Werbegrafik und Gestaltung, in dem es immer um Akribie und Genauigkeit geht.

Im Foyer des Kreuzauer Rathauses hängen 22 Gemälde, Klein- und Mittelformate, Öl auf Leinwand oder auch Ölharzfarben, die besonders intensiv auf Hartfaserplatten wirken. Experten bezeichnen die Ölharzfarbe als den Mercedes unter den Ölfarben. Dazwischen haben sich vier Acrylgemälde gestohlen, die von Jutta Henselins ältester Tochter stammen.

Die Malerin, die vor nicht langer Zeit mit ihrem Mann Goldhochzeit gefeiert hat, malt vornehmlich Landschaften und Stillleben. Beeindruckend die britische Steilküste von Cornwall oder ein Fjord in Norwegen. Hier schon spürbar, dass sie manchmal nicht so genau nach der Vorlage malt, sondern abstrakte Elemente hineinbringt, wie sie persönlich diese Landschaften wahrnimmt. Auch Henselins Stillleben sind eine Gratwanderung zwischen Gegenständlichem und Abstraktion.

Geheimnisvolle Zauberwelten tun sich auf, ein Glücksstein verheißt Nichtdeutbares, Pilze, nicht zum Verzehr gedacht, sondern in einer Anderwelt der kleinen Geschöpfe, nur in der menschlichen Fantasie existent. Ein Apfel, schon angeschnitten, Eindrücke vom Strand, nicht groß, man muss schon genauer hinschauen.

Jutta Henselins Kunst kann man nicht katalogisieren, dafür ist sie zu vielseitig, zeigt immer wieder neue Richtungen auf.

Im Rathaus Kreuzau hängen Werke aus den vergangenen 20 Jahren. Jutta Henselin kann dem Besucher anhand der Gemälde sagen, in welcher Schaffensphase das jeweilige Werk entstanden ist. „Wie vor 20 Jahren möchte ich heute nicht mehr malen“, erklärt die Malerin. Und dabei verliert sie nicht aus dem Auge, dass sie sich immer weiter entwickeln will in ihrem künstlerischen Tun.

Die Künstlerin nennt ihre erste Einzelausstellung „Ruhepunkte“ – Hermann-Josef Schmitz, der stellvertretende Bürgermeister, sprach davon in seiner Laudatio. Das sei, so Schmitz, nicht als Anspielung auf die Arbeitsweise im Kreuzauer Rathaus gedacht, sondern der Betrachter müsse sich in aller Ruhe auf die Gemälde einlassen, um sie zu verstehen.

Die Bilder sind bis zum 31. August während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

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