Nideggen - Künstlerin Angela Maria Berger übersetzt Musik in Bilder

Künstlerin Angela Maria Berger übersetzt Musik in Bilder

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
Laudator Berthold Klammer, Mal
Laudator Berthold Klammer, Malerin Angela Maria Berger und Pianistin Ulrike Gietmann (v.l.) suchen die Gemeinsamkeiten zwischen Musik und Malerei. Foto: bel

Nideggen. Übersetzer von der einen Sprache in die andere gibt es viele. Allein bei der UNO in New York sollen es Tausende sein. Die Gebärdensprache übersetzt Wörter und Sätze in Gebärden.

Modest Mussorgsky komponierte in seiner Suite „Bilder einer Ausstellung” Musik zu den Gemälden eines Freundes, Laudator Berthold Klammer erinnerte bei der Vernissage im Dürener Tor in Nideggen daran.

Will man aber den umgekehrten Weg beschreiten und Musik in Bilder übersetzen, so nimmt man am besten eine Künstlerin, die das seit etwa zwei Jahren erfolgreich praktiziert: Angela Maria Berger aus Langerwehe.

Vor vielen Monaten machte sie sich Gedanken darüber, wie wohl klassische Musikstücke gemalt aussehen müssten. Sie selbst spielt Querflöte. In ihrer Familie beherrscht, wie Berthold Klammer in seiner Laudatio verriet, jeder ein Instrument. Angela Maria Berger weiß also, wovon und worüber sie spricht, wenn sie Musik in Farbe und Form transferieren möchte. Dass ihr das auf hervorragende Weise gelungen ist, zeigen die Acrylgemälde an den Mauern des mittelalterlichen Tores.

Dass man Beethovens „Mondscheinsonate” auch sichtbar machen kann, dass die Revolutions-Etüde von Chopin sich auch auf der Leinwand dramatisch und wild aufführt, dass die Arabesque Nr. 1 von Debussy in sanften und geschwungenen Linien verführerisch daher kommt - die Gäste der Vernissage konnten es hören und sehen. Denn die Malerin hatte Pianistin Ulrike Gietmann engagiert, die diese drei Stücke von weltberühmten Komponisten zu Gehör brachte.

Eine Erfahrung, die die Besucher einer Vernissage so nur selten machen: „Painted classic oder: wie man Musik in Bilder übersetzt”. Aber wie geht das? Wie macht die Künstlerin das? Sie hört Musik, in ihrem Kopf entstehen viele Bilder, bis ein Bild mit der Musik übereinstimmt. Dann wird dieses Bild gemalt. Klingt einfach.

Damit der Besucher sich seine eigenen Gedanken machen kann, stehen MP-3-Player mit den entsprechenden Tonträgern zur Verfügung, mit denen sich Kunstinteressierte vor ihrem geistigen Auge eigene Bilder schaffen oder auch der Interpretation von Angela Maria Berger zustimmen können.

Zur Vernissage hatte der Vorsitzende des Kunst- und Museumsvereins, Wolf Dieter Keß, in angekündigt, dass ab dem nächsten Jahr für die Ausstellungen im Tor Miete gezahlt werden müsse, weil der Stadtsäckel leer ist. Das könne nicht allein durch die Beiträge der Mitglieder getragen, sondern andere Geldquellen wie Spenden müssten erschlossen werden. Dem konnte Bürgermeisterin Margit Göckemeyer nur zustimmen.

Die Ausstellung ist bis zum 13. Mai zu sehen, mittwochs von 14 bis 18 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 18 Uhr. Die Künstlerin wird an allen Tagen anwesend sein.

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