Kritischer Blick auf mögliches Baugebiet in Schneidhausen

Von: Sarah Maria Berners
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Die Rote Villa soll erhalten bleiben, anschließen soll sich nach dem Willen eines Investors ein Baugebiet in Schneidhausen. Foto: smb

Kreuzau. „Es geht um den ersten Schritt in eine bestimmte Richtung und diesen wollen wir nicht gehen.“ Mit diesen Worten machte Rolf Heidbüchel (SPD) die Haltung seiner Fraktion zu einem möglichen Baugebiet in Schneidhausen deutlich. Und er wurde noch deutlicher: „Ich halte dieses Gebiet für einen Riesenfehler.“

In diesem ersten Schritt geht es zunächst nur um eine sogenannte landesplanerische Anfrage bei der Bezirksregierung. Das heiß: Die Behörde wird gefragt, ob sie sich das Baugebiet an dieser Stelle überhaupt vorstellen kann. Die Firma Hoesch Design möchte zwischen Logistikzentrum und Mühlenteich 20 Doppelhäuser errichten.

Die SPD-Fraktion lehnt das Gebiet aus mehreren Gründen ab. Heidbüchel verdeutlichte, dass sich die Anwohner in Friedenau schon jetzt über den Verkehr beschweren würden. Wenn die Kreisstraße und Brücke nun ausgebaut werden, komme es ohnehin zu einer Zunahme des Verkehrs, sagte er auch mit Blick auf den Weiterbetrieb der Deponie in Horm. Käme das Baugebiet noch hinzu, würde dies noch verstärkt. „Wir wollen den Verkehr fernhalten, nicht steigern“, betonte Heidbüchel.

Er unterstrich jedoch auch, dass seine Fraktion der Meinung sei, dass der Zentralort Kreuzau dringend ein Baugebiet brauche SPD-Mann Paul Böcking sieht noch einen weiteren Haken: „Wenn das Baugebiet kommt, würde es die Trasse einer neuen ‚K Müll‘, die nicht mehr durch Friedenau führt, aufgrund seiner Nähe sicher behinern.“ Ob und wann diese Umgehungsstraße gebaut wird, ist jedoch noch ungewiss. Zunächst sollen drei Millionen in den Ausbau der Kreisstraße 29 sowie die neuen Brückenbauwerke investiert.

Die Grünen lehnen das Gebiet zum einen aus Umweltschutzgründen ab, zum anderen finden sie es wichtiger, den Fokus auf sozialen Wohnungsbau zu legen. An dieser Stelle sei eine Integration in das Dorf aber kaum möglich und es drohe die Gefahr eines Gebietes von Schlafstätten. „Im Kreuzauer Süden gebe es geeignetere Flächen mit sinnvoller Anbindung.“ Über diese will die Politik unabhängig von Schneidhausen sprechen.

Problematisch ist in Kreuzau, dass mögliche Neubaugebiete oftmals Schutzgebiete tangieren oder als solche ausgewiesen sind. Das ist auch in Schneidhausen der Fall. Darüber hinaus sind Teile des Gebietes als Ausgleichsflächen ausgewiesen ist, auf dem Bäume und Sträucher als Ausgleich für ein Industriegebiet gepflanzt werden sollen. Da das entsprechende Industriegebiet jedoch nicht als solches genutzt wird. Bevor eine detaillierte Planung erfolgen kann, gilt es, diese allgemeinen Fragen mit der übergeordneten Behörde zu klären.

Für diesen Weg hat sich der Rat und mehrheitlich mit den Stimmen von CDU und FDP entschieden. „Zumindest diese Fragen sollten wir stellen und klären, danach können wir immer noch entscheiden“, unterstrich FDP-Fraktionchef Egbert Braks.

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