Nideggen - Kritisch-politische Gemälde und Skulpturen im „Dürener Tor”

Kritisch-politische Gemälde und Skulpturen im „Dürener Tor”

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
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13 Künstlerinnen und Künstler stellen zurzeit Arbeiten zum Thema „Kritisch-Politisches” im „Dürener Tor” in Nideggen aus. Foto: Elberfeld

Nideggen. „Es soll nicht alles so trocken bleiben! In Zeiten des Karnevals sollte man die Politik auf die Schippe nehmen”, stichelte Peter Esser, Vorsitzender des Kunst- und Museumsvereins Nideggen, in seinen Ausführungen zum Thema „Kritisch-Politisches” im Rahmen der Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung von 13 Künstlerinnen und Künstlern im „Dürener Tor”.

In einer Mixtur von Wilhelm-Busch-Versen und karnevalistischer Büttenrede sprach Esser in drei gereimten Strophen über „Politik und Politur”, Moral, Ethik und Vernunft und brachte Zitate von Gotthold Ephraim Lessing, Konrad Adenauer und Helmut Schmidt. Fazit Essers: Kunst is(s)t Politik!

Verschiedene Techniken

Die Präsidentin des „Europäischen Zentralverbandes Bildender Künstler und Literaten” (EZBKL), Gabriele C. Berndt, hatte zuvor der zahlreichen Gästeschar die 13 Künstler und deren Werke vorgestellt; jeder ist mit einer Arbeit dort vertreten. Die einzelnen Gemälde und Skulpturen nehmen unsere Gegenwart rechtzeitig in einem Jahr mit bundesweit 15 Wahlen kritisch unter die Lupe. Meist sind es Gemälde in verschiedenen Techniken mit unterschiedlichen Themen.

Ivo Didovic präsentiert die Fastfood-Gesellschaft unter dem Zungenbrecher „McBible oder Dialektik einer transzendental paranoiden Apotheose” (Acryl auf Leinwand). In der gleichen Technik nimmt Karin Dörre das Internet und seine vielfältigen Gefahren unter die Lupe - vom Flirt bis zum Einkauf, von der Information bis zur Kriminalität. Zitta Ring-Pavels „Friedenstor” stellt in einer Collage verbunden mit Goldblatt und Acryl auf Leinwand die Frage: „Was ist eine Welt ohne Frieden?”

Die Arbeit von Ralf Schmidt (Lasuren auf Bütten) lässt den Betrachter nach dem Wert des Menschen in Zeiten der anhaltenden Massenarbeitslosigkeit erörtern. Arbeitslose werden kopfüber in einer Mülltonne entsorgt. Dagmar Schulze-Oben analysiert mit ihrem Beitrag „Geldgier - kurz vor dem Absturz” (Acryl, Tusche auf Karton) die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise und deren Folgen.

Prägungen

Ihr Kollege Rolf Simmerer seinerseits betrachtet in Mischtechnik auf Leinwand die Regierenden, ihr Kommen und Gehen sowie ihre Prägungen. Nadja Zikes beschäftigt sich in „Spaßgesellschaft” (Acryl auf Leinwand) mit der Ellenbogengesellschaft: Menschen verlieren ihre Bodenhaftung, und ihre Pläne zerplatzen wie Luftblasen.

Steinbildhauermeister Philipp Hossfelds Skulptur „Lebensabschnitte” (Rasierklingen auf Plexiglas) steht einsam im Turm des Tores. Der menschliche Schmerz in Form von Depressionen und menschlichen Selbstzerstörungstragödien steht im Vordergrund. Uta Majmudar demonstriert mit Stühlen aus Glas und Edelstahllitze, dass unsere fragile Welt auf dem Kopf steht.

In einer Kombination von Keramik, Gips, Gummibärchen und Kernseife auf Holz stellt Eveline Markstein eine pessimistische und ironische Prognose: Deutschland geht baden - die Sonntagsfamilie. George Pavels Bronzefigur möchte die Folgen menschlichen Handelns im Hinblick auf die Opfer in unserer Gesellschaft zeigen.

Wachsende Armut

Das Ehepaar Dirk und Marianne Kerver verweist unter dem Titel „Kein Kind ohne Mahlzeit!??” auf die täglich wachsende Armut bei Kindern in unserer reichen Bundesrepublik. Zwei lebensgroße, bunte Kinderfiguren, gegossen und modelliert in einer Zementmörtelmischung, ermuntern zum politischen Umdenken.

Musikalisch wurde die Vernissage von Rea-Marina Rick, Mitglied des „Jugend-Gitarrenorchesters NRW” begleitet.
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