Kritik an Rot-Grün fast Nebensache beim CDU-Empfang

Von: Jörg Abels
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CDU-Landeschef Armin Laschet verurteilte die Pegida-Bewegung, die nichts mit den Werten des christlichen Abendlandes gemein habe. Foto: Abels

Niederau. Bunte Fähnchen und Blumen an der Bühne, Bierchen und Laugengebäck auf den Tischen, über 400 Parteimitglieder und Gäste im Saal: Auf den ersten Blick war der traditionelle Neujahrsempfang der Kreis-CDU im Winkelsaal von Schloss Burgau am Donnerstagabend einer wie jeder andere in den vergangenen Jahren.

Abgesehen vielleicht davon, dass der NRW-Vorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende Armin Laschet besonders viele Gäste anlockte. Und doch war dieser Neujahrsempfang anders. Der Terroranschlag auf die Pariser Satirezeitung „Charlie Hebdo“ war nicht nur angesichts einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer allgegenwärtig.

„Diese Terroristen wollen Zwietracht sähen und Krieg zwischen den Religionen stiften“, verurteilte der Kreisvorsitzende und parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel den Anschlag auf das Schärfste und bewertete ihn als Angriff auf das Herz unserer Gesellschaft, auf den Pluralismus, die Presse- und Meinungsfreiheit. „Das war ein Angriff auf uns alle.“

Rachel und Armin Laschet gingen auch hart mit der islamkritischen Pegida-Bewegung ins Gericht, Rachel sprach von gefährlichen Pauschalisierungen gegen Flüchtlinge, Laschet verwies auf die Tradition des christlichen Abendlandes, zu der es gehöre, sich um Fremde zu kümmern. Die Pegida-Bewegung habe nichts mit christlichen Werten gemein. In Dresden würden Menschen für den Erhalt des christlichen Abendlandes demonstrieren, die größtenteils keiner Religion mehr angehören, empörte sich der Aachener.

Rachel und Dürens Bürgermeister Paul Larue verwiesen zudem auf die Weltoffenheit des Kreises Düren. „Wir alle sind Dürener und dürfen uns nicht in Christen, Juden und Muslime auseinanderdividieren lassen“, betonte Rachel. Larue verwies auf die offene und bunte Gesellschaft in der Stadt Düren, in der mittlerweile Menschen aus 122 Nationen friedlich zusammenleben. Jeder vierte Dürener habe eine Zuwanderungsgeschichte.

Angesichts der aktuellen Entwicklungen geriet die Kritik am politischen Gegner fast schon zur Nebensache, durfte aber natürlich nicht fehlen. Laschet kritisierte die rot-grüne Landesregierung, die viel zu wenig in die Verkehrsinfrastruktur und die digitale Infrastruktur im ländlichen Raum investiere und damit Arbeitsplätze gefährde.

Er forderte weniger Bürokratie in Düsseldorf und mehr Verantwortung vor Ort, zum Beispiel in den Kommunen und Universitäten, sprach sich für die rheinische Braunkohle aus und gegen eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Es sei nicht die Zeit für Steuerentlastungen. Nach dem Aufbau Ost müsse jetzt mit dem „Soli“ die Sanierung West in Angriff genommen werden.

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