Kristin Dohmen und Dirk Hommelsheim haben den Palander Hof saniert

Von: Bruno Elberfeld
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Mit viel Kreativität haben Kristin Dohmen und Dirk Hommelsheim den den Palander Hof zu einem Wohnhaus fürs 21. Jahrhundert umgebaut. Foto: bel

Embken. Die Aussagen einiger Freunde und Bekannter waren schon bei der Planung des Projekts „Sanierung Palander Hof” in Embken oft sorgenvoll: „Tut euch das nicht an! Wisst ihr, was da auf euch zukommt? Ein Neubau ist billiger.”

Kristin Dohmen und Dirk Hommelsheim schmunzeln, wenn sie sich an diese oder ähnlich wohl gemeinte Ratschläge erinnern. Und die Leute hatten ja auch mehr oder weniger Recht. Einen Neubau kann man skizzieren, zeichnen, entwerfen.

Beim Palander Hof, erstmals urkundlich 1335 erwähnt, gab es wenig zu planen. Die Mauern standen. Und wie sie standen und stehen: Da gibt es kaum einen rechten Winkel. Und wenn Wände und Böden schief sind, muss eine spezielle, kreative Lösung gefunden werden.

Wechselbad der Gefühle

„So ein Bauwerk ist wie eine Wundertüte”, bringt die Bauherrin, im sonstigen Leben Kunsthistorikerin, die täglich anfallenden Probleme auf den Punkt. Es war ein Wechselbad der Gefühle. An einem Tag erscheinen überraschend die alten Schlüsselloch-Schießscharten für Hakenbüchsen aus dem 15. Jahrhundert unter dem Putz, am anderen erweist sich das Holzfachwerk unter den Badezimmerfliesen nur noch als Torf. Dagegen machte der Zustand der alten Eichenfenster die beiden Sanierer wieder glücklich, denn sie mussten nur repariert und gestrichen werden.

Die Kooperation mit den zuständigen Behörden, der Stadt Nideggen und dem Amt für Denkmalpflege, erwies sich als intensiv und fruchtbar. Regelmäßige Kontrollen waren da notwendig, weil für die Instandsetzung eines Denkmals Steuervergünstigungen und Zuschüsse zu erwarten sind. „Durchhänger stellten sich oft am Wochenende ein, wenn unsere Freunde ihre Freizeit genossen, und wir in Blaumännern auf der Baustelle herumkrebsten”, erinnert sich Steinmetz Dirk Hommelsheim.

Seitdem sind genau 1095 Arbeitstage vergangen, die Kristin Dohmen minutiös in Wort und Bild in einem Baustellen-Tagebuch festgehalten hat. „Ich weiß noch genau”, entsinnt sie sich, „der Baubeginn war am 9. März 2006.” Heute drücken die Bedenkenträger von damals ihre Bewunderung aus: „Das ist ja klasse. Das habt ihr toll gemacht.”

Als Dirk und Kristin mit der Sanierung anfingen, war das Erdgeschoss in sechs kleine Räume unterteilt. Im Obergeschoss war es ähnlich. So mussten hier und da Mauern herausgenommen oder versetzt werden, so dass heute große Räume das Wohnen im 21. Jahrhundert möglich machen. Die Kölner Decken wurden überall fachmännisch restauriert. Da, wo früher das liebe Vieh untergebracht war, ist heute ein großer Flur mit steiler Stiege, eine schräge Glasfront rückt beides ins richtige Licht. Wichtig sei es, so die mutigen Sanierer, den Charakter eines Objekts und die alte Substanz zu erhalten, damit die Seele des Hauses bewahrt wird.

Zu etwa 80 Prozent haben Hommelsheim und Dohmen den Palander Hof in Eigenregie saniert. Elektroanlage, Installation und Heizung wurden von Fachfirmen ausgeführt. „Wir hatten Glück, Handwerker gefunden zu haben, die mit Einfühlungsvermögen und Erfahrung ans Werk gingen”, berichtet Kristin Dohmen.

Die jungen Leute fühlen sich wohl in ihrem neuen Domizil. Jedoch ist noch viel zu tun. Die Nische über der Klöntür wartet auf die restaurierte Muttergottesfigur. Ein Bullerjan, ein kanadischer Holzfällerofen mit einer Leistung von 14 Kilowattstunden, wartet auf seinen Einsatz. Restauriert werden muss auch das große Steinkreuz an der Außenwand, das der Vorbesitzer des Hofs, Heinz Hill, auf einer Müllkippe in Zülpich gefunden hat.

Gebaut hat die Hofanlage Werner von Muysbach. 1434 übernahm Werner von Palant von Breidenbach, Spross eines weit verzweigten Adelsgeschlechts, das so genannte „Halfterhaus”, heute bekannt unter Palander Hof, am Mühlenbach vor der kleinen Wasserburg, von der nur noch ein Hügel zu erkennen ist.

Der erste Dank der Bauherren geht an ihre Eltern, die unermüdlich mitgeholfen haben. Kristin Dohmen und Dirk Hommelsheim werden in die Annalen als die großen Sanierer eingehen, die eine alte Hofanlage mit viel Liebe ins 21. Jahrhundert gerettet haben, ohne ihr die Seele zu rauben.
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