Merken - Krippen aus Pappe, Fimo und Fossilien

Krippen aus Pappe, Fimo und Fossilien

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
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Johann Kaulen, Winand Krauthausen und Hubert Niederau (v.l.) stellten den Bildband „Weihnachtskrippen in Merken“ vor. Foto: Bruno Elberfeld

Merken. Befürchtungen, dass die protestantisch geprägte Tradition des Christ- oder Weihnachtsbaums den mitteleuropäischen, katholischen Brauch, zu Weihnachten eine Krippe aufzustellen, auf Dauer obsiegen wird, sind grundlos. Beide Konfessionen finden beide Möglichkeiten, einen Christbaum oder eine Krippe aufzustellen, um so die Geburt Jesu zu feiern, in Ordnung.

Konfessionelle Unterschiede gibt es da „Gott sei Dank“ nicht mehr. Der Weihnachts- oder Christbaum als Symbol des Lebens ist ebenso willkommen wie die Krippen in Kirchen, Schulen und zu Hause, die die Ereignisse rund um die Geburt Jesu darstellen. Manch einer bedauert, nicht mehr die Krippe zu haben, die vom Urgroßvater geschnitzt wurde und viele Generationen der Familie erfreut hat. Davon konnten die Merkener „Bildband-Bauer“, Johann Kaulen, Hubert Niederau und Winand Krauthausen, ein Lied erzählen.

Was ist zu tun? Wie kann die Tradition des Krippenbaus überliefert werden? Den drei Männern aus Merken, Mitglieder der „Arbeitsgemeinschaft Merkener Geschichte“, gingen solche oder ähnliche Fragen vor Jahren durch den Kopf. 2010 machten sie, mit insgesamt fünf Familien, bei starkem Schneefall die traditionelle Krippenwanderung. In den Häusern der Familien standen Krippen, man wusste aber auch, dass in anderen Merkener Wohnungen ebenfalls Krippen aufgebaut waren.

Die Idee wurde geboren, über diese Krippen ein Fotobuch zu machen, damit auch zukünftige Generationen nachschauen könnten, wie ihre Familienkrippen Anfang des neuen Jahrtausends ausgesehen hatten. Kaulen, Niederau und Krauthausen steckten ihre Fühler aus, fragten nach, redeten in Merken mit Gott und der Welt. Fragebögen wurden an die Familien verteilt, die wichtige Antworten auf die Fragen zur Geschichte der jeweiligen Krippe geben konnten.

Eine 82-jährige Frau berichtete, dass eine noch gut erhaltene Hirtenfigur in ihrer Krippe von ihrem Opa geschnitzt worden war. Oft verblüfft war das Trio, als es herausfand, aus welch unterschiedlichen Materialien Krippen hergestellt worden waren.

100 Jahre alte Arbeitsplatte

Eine mehr als 100 Jahre alte Arbeitsplatte eines Bäckermeisters war als Fundament für eine Krippe benutzt worden. Sehr interessant die vielen Baumwurzeln, die im Wald gefunden und als Möglichkeit gesehen wurden, in ihnen der Heiligen Familie eine Wohnstatt zu geben.

Eine nahe gelegene Lackfabrik verwendete zum Heizen Koks. Die Schlacke – auch Kreije genannt – wurde zum Bau von Krippen benutzt. Ein Foto zeigt eine Krippe, aufgenommen in der Katholischen Grundschule. Im Kunstunterricht hatten die Kinder aus Pappe die Gebäude gefertigt, als Figuren dienen bunt beklebte Klorollen, Recycling pur. Eine Krippe aus Fossilien dokumentiert neben der Geburt Jesu Geschichten von der Entstehung der Erde. Die Modelliermasse Fimo ist ein gern eingesetzter Werkstoff.

Wiege und Stall

Nicht selten sind Wiege und Stall in Bethlehem aus Abfällen von der Müllkippe hergestellt. Die drei Merkener „Krippenforscher“ staunten über die Kreativität der Krippenbauer. Neben der realistischen Darstellung gab und gibt es immer wieder das Ausprobieren, die künstlerische Freiheit.

Die meisten Krippenfiguren traditioneller Art kommen aus Südtirol, für Menschen, die diese oberitalienische Region bereist haben, keine Überraschung.

Das Krippenbuch gibt einen historischen Abriss des Krippenbaus vom 16. Jahrhundert bis hin in die Neuzeit. Die Merkener und andere Krippenfreunde erfahren in dem Band etwas über ihre eigene Krippe und die Krippen ihrer Nachbarn. Alle Krippen sind ausgemessen in Länge und Breite und Höhe. Die Entstehungsgeschichten sind nachlesbar. Auf 128 Seiten lernt der Leser etwas über Krippen im Allgemeinen und die Merkener Krippen im Besonderen.

Guter Absatz

Das Krippenbuch hatte einen recht guten Absatz. Nur noch rund 40 Exemplare warten auf Käufer. Sie sind bei den Autoren zum Preis von 21,50 Euro erhältlich.

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