Krippe in der Drover Kirche: In jedem Jahr kommt etwas Neues hinzu

Von: Stephan Johnen
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Rund 650 Arbeitsstunden investieren die Krippenfreunde der Drover St.-Matthias-Bruderschaft jedes Jahr für den Aufbau. Foto: Stephan Johnen
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Vor 40 Jahren ist Matthias Bettge (l.) eingesprungen, um die Krippe in der Pfarrkirche St. Martin aufzubauen. Schon im zweiten Jahr wurde die Krippe vergrößert. Helmuth Becker hat seitdem stets beim Aufbau geholfen. Foto: Stephan Johnen

Drove. Selbstverständlich hat Matthias Bettge damals ausgeholfen. Seine Tante war schließlich Küsterin in der Drover Pfarrkirche St. Martin, und das Aufstellen der Krippe war für einen jungen Mann kein allzu großes Unterfangen. Der damals 25-Jährige dürfte allerdings kaum geahnt haben, dass aus einer Krankheitsvertretung eine Art Berufung wurde.

Und die Krippe mit historischen Wachsfiguren im Chorraum der Kirche wandelte sich nach und nach zur Krippen-Landschaft, die beinahe das ganze rechte Seitenschiff der Kirche ziert. In diesem Jahr baut Matthias Bettge zum 40. Mal die Krippe in St. Martin auf. Anders als noch im Jahr 1973 braucht er heute weit mehr als einen Vormittag dafür. Er ist auch nicht alleine: Seit 1975 helfen die Krippenfreunde der St.-Matthias-Bruderschaft Drove beim Aufbau.

Stolze 25 Meter ist die Krippe mittlerweile lang, vier Meter ragt sie in die Höhe, aus 2000 Lämpchen besteht allein der Sternenhimmel, 1500 Bögen Grottenpapier sind verarbeitet. Das jedenfalls ist das Ziel, denn die Krippenfreunde sind derzeit fleißig mit den Aufbauarbeiten beschäftigt. Die Konstruktion ist übrigens freistehend, ein kompliziertes Gerüst trägt die einzelnen Etagen der Krippe, keine einzelne Schraube wurde in einer Wand der Kirche versenkt. Rund 650 Arbeitsstunden investieren die Krippenfreunde ehrenamtlich. „Ich hätte nicht gedacht, dass alles einmal so groß wird“, sagt Bettge und lacht.

Der erste Schritt war ein Versuch, gleich im zweiten Jahr. Testweise wollte er die Krippe vom Chorraum in die Muttergottes-Kapelle verlagern – und ein bisschen erweitern. „Pater Peter hatte nichts dagegen, etwas größer zu gehen“, blickt Bettge zurück. Weil dieses Projekt schon wesentlich mehr Arbeitskraft erforderte, holte er sich seine Vettern Helmuth, Kurt und Clemens Becker Damit war der Grundstock gelegt. Im dritten Jahr wuchs die Krippe erneut, gleich um mehrere Meter. Auch die Zahl der Helfer stieg an. Zum harten Kern gehören Stefan Schäfer, Manfred Esser, Arno Büchel und Arno Fuß.

„Wir sind dann kollektiv größenwahnsinnig geworden“, sagt Bettge augenzwinkernd. Dutzende, von Hand gefertigte Holzhäuser, eine ganze Wüste, ein künstlicher Bachlauf und ein Fischteich: Die Krippenfreunde betätigten sich als Architekten, Landschaftsgärtner und Welten-Konstrukteure. Besonders der künstliche Bachlauf habe sich als etwas widerspenstig erwiesen, doch die Drover brachten die Elemente unter ihre Kontrolle. Jedes Jahr fügen sie der Krippe ein neues Detail hinzu, dieses Mal ist es ein Wasserfall.

Peter Metzmacher ist mit 61 Jahren einer der jüngsten Krippenfreunde. Seit Jahren schon steuert er die Goldfische für den Teich in der Krippen-Landschaft bei, doch in diesem Jahr ist er auch in den Aufbau eingestiegen. „Ich bin jetzt im Ruhestand und habe Zeit“, sagt er. Spaß an handwerklicher Arbeit habe er ohnehin immer gehabt. Und es gibt viel zu tun. Das auf den Kirchenbänken ausgebreitete Werkzeug gleicht einem Heimwerker-Spielplatz.

Jüngstes Team-Mitglied ist Nico Harperscheidt. Der 16-Jährige wollte mithelfen – und solche Angebote schlagen die Krippenfreunde nicht aus. „Es würde mich freuen, wenn er noch einige Freunde mitbringt“, sagt Bettge. Schließlich soll die Krippe, die ganze Reisebusse mit Besuchern anlockt, auch in Zukunft in dieser Größe aufgebaut werden können.

Mit einem Frühshoppen feiern die Krippenfreunde am Samstag, 29. Dezember, ab 11 Uhr den Jahrestag zum „40. Geburtstag“. Der Erlös geht an Peter Borsdorff, den Läufer mit der Sammelbüchse. 1000 Euro haben die Drover in diesem Jahr schon gesammelt.

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