Kriminalstatistik: Zahl der Einbrüche nimmt ab

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
Kriminalstatistik Kreis Düren
Mehr als jede zweite Straftat im Kreis Düren wird aufgeklärt und die Zahl der Straftaten ist insgesamt rückläufig.
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Landrat Wolfgang Spelthahn (Mitte), Jürgen Möller und Marie-Therese Zissenich stellten die Kriminalstatistik vor. Foto: sj

Kreis Düren. Der alte Schwerpunkt ist auch der neue: Im Kampf gegen Einbrecher möchte die Polizei den Druck weiter aufrecht erhalten. Der Rückgang der Einbrüche im Kreis Düren von 874 Fällen (darunter 349 gescheiterte Versuche) im Jahr 2013 auf 802 (347 Versuche) im Jahr 2014 sei kein Grund, sich auszuruhen.

„Wir werden unsere Kampagne konsequent fortsetzen“, versicherte Jürgen Möller, Leitender Direktor der Polizei, am Mittwoch bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2014. Landrat Wolfgang Spelthahn appellierte als Leiter der Kreispolizeibehörde an alle Bürger, auch weiterhin verdächtige Beobachtungen zu melden: „Ein Täter fällt nicht vom Himmel. Er fällt auf. Rufen Sie lieber einmal zu viel als einmal zu wenig die Polizei an.“ Nicht zuletzt der hohen Aufmerksamkeit der Bürger sei so mancher wertvolle Hinweis zu verdanken gewesen, der Einbrüche verhindert habe. Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen stieg von 15,79 auf 17,58 Prozent – und liegt damit über dem Landesschnitt.

Die Botschaft der Polizei lautet auch, weiter die eigenen vier Wände gegen Einbrecher zu sichern. Je besser Türen und Fenster gesichert seien, desto eher gebe ein Einbrecher auf – auch dies zeige die Statistik. Das Kriminalkommissariat Vorbeugung stehe nach wie vor für Beratungen zur Verfügung.

Landrat Wolfgang Spelthahn sprach am Mittwoch mit Blick auf das jüngste Zahlenwerk von einer „grundsätzlich positiven Entwicklung“. In vielen Bereichen seien die niedrigsten Fallzahlen seit zehn Jahren verzeichnet worden. Dies gelte auch für die Gesamtzahl: 18 134 Straftaten wurden registriert, 899 weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote stieg von 51,69 auf 53,16 Prozent. Bei der Gewaltkriminalität wurden 613 Fälle (minus 52) registriert – ebenfalls der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Die Zahl der Kapitaldelikte sank von neun auf acht, alle Fälle wurden aufgeklärt. Es wurden statt 189 nur noch 169 Raubdelikte registriert, im vergangenen Jahr gab es keine Raubüberfälle auf Geldinstitute, Postfilialen und Postagenturen.

Die Zahl der Überfälle auf Spielhallen stieg dafür jedoch von vier auf neun. „Es gibt ein gewisses Potenzial an Gewaltbereitschaft, besonders in der Stadt Düren“, bilanzierte Jürgen Möller. Im ländlich strukturierten Kreis Düren stehe die Stadt Düren vor besonderen Herausforderungen, sagte Wolfgang Spelthahn. Mit Blick auf die Sozial- und Kriminalstatistik sei die Stadt vergleichbar mit einer Ruhrgebietsstadt. Eine von vielen Bürgern subjektiv empfundene Unsicherheit an manchen Stellen im Stadtgebiet, beispielsweise an der Unterführung zum Haus der Stadt oder in den Parks, könne mit Zahlen aber nicht belegt werden.

Bei den Diebstählen rangiert Düren weit vorne in der Statistik. Während die Gesamtzahl aller Diebstahldelikte von 8118 auf 7802 sank, nahmen Taschendiebstähle um 107 auf 497 Fälle zu. „Ein Großteil geschieht in der Stadt Düren. Etwa ein Drittel am Dürener Bahnhof, ein Drittel auf dem Kaiserplatz und ein Drittel in Geschäften“, sagte Marie-Therese Zissenich von der Kriminalpolizei. Die Polizei warnt davor, Geldbörsen und Handtaschen außer Acht zu lassen.

„Es ist wichtig, Präsenz zu zeigen“, sagte Jürgen Möller. Der Leitende Direktor der Polizei begrüßt es daher, dass die Stadt Düren ihren Ordnungsdienst erweitert hat. Eine Schwachstelle bleibe aber der Bahnhof, für den die Bundespolizei zuständig ist.

„Dort mangelt es an Präsenz. Es kann nicht sein, dass der Bund eine schwarze Null in der Haushaltsplanung schreibt, wir dies aber vor Ort zu spüren bekommen“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. Ein Großteil der Delikte im Bahnhofsumfeld sei auf das Fehlen der Bundespolizei zurückzuführen. Mit der Stadt Düren wolle er eine politische Initiative starten, damit die Bundespolizei wieder Präsenz zeige. Eine stärkere Sicherung des Bahnhofs und eine Videoüberwachung des Areals gehörten ebenfalls dazu.

Wellenbewegungen

Steigende Fallzahlen bei Ladendiebstählen (1035 statt 899 im Vorjahr) führt die Polizei unter anderem auf eine verstärkte Video-Überwachung in Geschäften zurück, durch die mehr Diebstähle bekannt werden. Positiv sei der Rückgang der Vermögensdelikte. „Wir haben es oft mit Wellenbewegungen zu tun“, erklärte Möller. Lange Zeit hätten Täter mit dem sogenannten Enkeltrick versucht, älteren Menschen Geld zu entlocken. Diese Welle ebbe ab, zumal die Polizei in der Vergangenheit mehrfach vor den Maschen der Betrüger gewarnt hatte. Kurze Zeit haben Online-Bestellungen von fiktiven Käufern die Polizei beschäftigt. Die Täter, denen mittlerweile das Handwerk gelegt wurde, bestellten im Internet unter falschem Namen Waren, die sich sich beispielsweise zu Häusern liefern ließen, die gerade renoviert wurden. Dort fingen die Täter die Lieferungen ab.

Erfolge hat die Polizei auch im Kampf gegen den Rauschgifthandel erzielt. Vier Plantagen im Kreisgebiet wurden im vergangenen Jahr ausgehoben. „Wir haben bei diesen Delikten aber ein riesiges Dunkelfeld“, räumte Möller ein.

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