Kriminalstatistik: Immer mehr Hauseinbrüche

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:

Kreis Düren. Es ist deutlich zu spüren, dass eine Sache Ingo Wünsch besonders am Herzen liegt: Die Situation im Zusammenhang mit Wohnungseinbrüche zu verbessern.

Die Zahl der Diebstähle hat zugenommen, obwohl die Dürener Polizei mit verschiedenen öffentlichkeitswirksamen Aktionen versuchte gegenzusteuern.

Die am Montag vorgestellte Statistik weist in diesem Bereich 1026 Wohnungseinbrüche aus. 2009 waren es noch 914. „Das ist enttäuschend”, sagte der bisherige Dürener Kripochef Wünsch (er wechselte nach Köln). „Wir müssen es schaffen, die Bevölkerung zu mehr Wachsamkeit zu motivieren.”

Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr im Kreis Düren 19.865 Straftaten. Das macht eine Steigerung um 3,47 Prozent aus. Die Aufklärungsquote entwickelte sich erstmals seit 2003 auf unter 50 Prozent (genau 49,15) - damit wird im Kreis knapp jede zweite Straftat aufgeklärt.

Das habe unter anderem mit den Wohnungseinbrüchen zu tun, sagte Ex-Kripochef Ingo Wünsch. In diesem Bereich sei es oft sehr schwer, die Täter zu fassen. Sie kämen meist nicht aus der der Region und hinterließen wenig Spuren. Gerade deshalb sei es so wichtig, dass die Bevölkerung mithelfe, die eigene Nachbarschaft beobachte und bei Auffälligkeiten die Polizei einschalte.

Zudem müsste die Menschen im Kreis so weit es geht auf ihren eigenen Schutz achten - Wohnungen und Häuser nicht im Dunkeln liegen lassen oder bei Abwesenheit die Briefkästen leeren lassen.

Leicht gestiegen ist von 532 auf 538 auch die Zahl der Rauschgiftdelikte. Für die Dürener Polizei dennoch eine positive Entwicklung, weil es gelungen sei, verschiedene größere Straftaten aufzuklären. „Wir haben uns auf die Hintermänner konzentriert”, sagte Ingo Wünsch, „und personell entsprechend Prioritäten gesetzt”.

Eine ebenso positive Entwicklung ergibt sich im Zusammenhang mit jungen Straftätern im alter von acht bis 21 Jahren. Die Zahl ist von 2211 auf 124 gesunken. Für 2010 registrierte die Polizei 90 Mehrfachtäter - damit sei der Tiefstand der letzten zehn Jahre erreicht.

„Grundsätzlich ist es im Kreis Düren immer noch relativ sicher”, stellte Thomas Dammers, Chef des Dürener Polizeipräsidiums, fest. Im Bereich der Jugendkriminalität appellierte Dammers an die Eltern, auf ihre Kinder zu achten, „damit Vater und Mutter Teil der Welt ihrer Kinder bleiben und nicht irgendwann außen vor stehen.”

Kapitalverbrechen alle aufgeklärt

Die Polizei erstellt jedes Jahr eine Statistik und veröffentlicht die Zahl zu Verkehrsunfällen und Kriminalität gesondert. Am Montag wurden auch die Zahlen auf Landesebene bekannt gegeben. Anders als im Kreis Düren ist die Zahl der Straftaten auf Landesebene um 1,07 Prozent gesunken.

Für besonderes Aufsehen in den Medien sorgen jedes Jahr die Kapitalverbrechen. 2010 gab es im Kreisgebiet neun Totschlagsdelikte beziehungsweise versuchte Totschlage. Alle wurden aufgeklärt.

Nicht aufgeklärt ist ein besonders brutaler Raub auf ein Dürener Juwelierehepaar, das nach der Tat wochenlang im Koma lag. Die Täter sind nach wie vor auf der Flucht.

Immer brisanter wird für die Polizei der Bereich der Computerkriminalität. Ex-Kripochef Ingo Wünsch sagte, es werde immer schwieriger, mit den Tätern technisch Schritt zu halten, weil „die Entwicklung rasend schnell voranschreitet”.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert