Kriminalstatistik 2010: „Bürger dürfen sich relativ sicher fühlen”

Von: Stephan Johnen
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Kreis Düren. Die gute Nachricht vorweg: „Die Bürger des Kreises Düren dürfen sich relativ sicher fühlen”, bilanzierte Polizeidirektor Thomas Dammers bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2010.

19.865 Straftaten registrierten die Beamten, 3,47 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote sank von 52,42 auf 49,15 Prozent. „Das ist im Landesschnitt ein guter Wert. Aber er stellt uns nicht zufrieden. Wir können besser sein”, gab der nach Köln wechselnde bisherige Leiter der Direktion Kriminalität, Kriminalrat Ingo Wünsch, den Kurs vor. Der Kriminalist möchte die Aufklärungsquote wieder über 50 Prozent wissen. Sonst sei das Zahlenwerk „recht unaufgeregt”. Pro 100.000 Einwohner gibt es statistisch 7395 Fälle im Kreis. Landesweit liegt der Schnitt bei 8073 Fällen. Die Kriminalitätsrate sei stabil. „Allerdings auf einem Niveau, das uns zu hoch ist”, sagte Wünsch.

Nun zur schlechten Nachricht: Der Kriminalpolizei bereiten weiterhin die Einbrüche Kopfschmerzen. Mit 1026 Einbrüchen und Einbruchsversuchen hat dieser Wert einen neuen, traurigen Rekord erreicht. Im Jahr zuvor wurden 914 Delikte registriert. „Das sind Steigerungsraten, die uns zu schaffen machen”, sagte Wünsch am Montag. Trotz umfangreicher Präventionskampagnen sei das Thema Einbruch noch nicht im Bewusstsein der Menschen angelangt. „Bleiben Sie wachsam, melden Sie jede verdächtige Beobachtung. Ich will, dass jeder Einbruch im Versuch stecken bleibt”, forderte Wünsch alle Bürger auf, lieber fünf Mal zu viel als einmal zu wenig die Polizei bei verdächtigen Beobachtungen alarmiert zu haben.

Die Wohnungseinbrüche ausgeblendet, gibt es bei der Kriminalstatistik keine besonderen Ausreißer. Den leichten Anstieg der Rauschgiftdelikte von 532 auf 538 erklärt Wünsch mit einem Strategiewechsel der Polizei. Verstärkt wurden die Hintermänner, Schmuggler und Großdealer ins Visier genommen. „Da haben wir sehr viel investiert - und das erfolgreich”, bilanzierte Wünsch. Die Steigerung der Anzeigen bei häuslicher Gewalt kommentiert Wünsch als „gutes Signal”. Vermeintlich schlechte Zahlen seien ein Indiz dafür, dass sich Menschen trauen, häusliche Gewalt zur Anzeige zu bringen.
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