Krimikomödie: Schlagfertig und mit Gags gespickt

Von: Anke Holgersson
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Die schlagfertige Raumpflegerin Röschen (Silke Heinze) ist der komödiantische Gegenpart zu Dienststellenleiter Hugo Hammer (Karl-Josef Zimmermann). Foto: Anke Holgersson

Lüxheim. Volltreffer! Mit ihrer aktuellen Krimikomödie um den versehentlichen Abschuss eines Zuchtkaninchens haben die Kultur- und Naturfreunde Kelz den Besuchern in der ausverkauften Bürgerhalle einen außerordentlich vergnüglichen Abend beschert.

Bevor sich zum guten Schluss herausstellt, dass durch den von Zeugin Gerta Grimmig (Marion Fuß) vernommenen Knall kein Mensch, sondern eben besagtes Langohr das Zeitliche segnete, wird der zugezogene Ortsvorsteher, der (wie im wahren Ortsleben) Günter Jäger (gespielt von Fritz Weyers) heißt, des Mordes verdächtigt. Eine Leiche fehlt jedoch und so setzt der Kelzer Dienststellenleiter Hugo Hammer (Karl-Josef Zimmermann) auf Dienst nach Vorschrift: Zeitung lesen und Frühstück mit leicht prozentigem Erfrischungsgetränk. Das wiederum bringt die aus der „großen Stadt“ Köln herbeigeeilte Kriminalkommissarin Hilde Haase (Rita Barkhoff) zur Weißglut.

Außerdem demonstriert Oma Lisbeth (Anneliese Frings) gegen ein neu eingerichtetes Nudisten-Camp in ihrer Nachbarschaft und macht sich dabei selbst strafbar. Und Dorfpfarrer (Reiner Müller) überbringt Kurti (Thorsten Zimmermann), der sich im Rahmen einer Wette in der Messe splitterfasernackt gezeigt hatte, zunächst der Polizei und zieht dann die Anzeige zurück, weil der jugendliche Flitzer beim weiblich besetzten Kirchenvorstand auf allerhand Gnade für seine Aktion gestoßen ist.

Schließlich verlieben sich auch Harry, der schicke Assistent von Hilde (Lothar Strack) und Charlotte Schmetterling (Tanja Pieck) ineinander. Ja, sogar Hugo und Hilde finden amourösen Gefallen aneinander. Röschen (Silke Hein- ze) putzt derweil, immer mit Ohr und Mundwerk am Geschehen, die Polizeistube. All diese in guter Boulevardtheater-Manier von Autor Peter Durke ausgetüftelten Verstrickungen, die vom Ensemble aus dem rheinhessischen Pfeddersheim liebevoll auf das rheinische Kelz umgetextet wurden, bringen die Darsteller textsicher, mit großer Lust am Schauspielern und komödiantischem Talent auf die Bühne.

Alle Figuren werden zum Leben erweckt, erhalten Eigenarten und sind glaubhafte Charaktere. Der Star des Abends ist Karl-Josef Zimmermann, der seiner Figur nicht nur Leben einhaucht, sondern authentisch darlegt, dass er an diesem Abend Kommissar Hammer ist. Da werden die Gags rausgehauen, das komödiantische Timing stimmt auf den Punkt, Mimik und Gestik sind passgenau. Ihm zur Seite die schlagfertige rheinische Raumpflegerin Röschen, die sich von Hammer nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und mit ihren selbstvergessenen orientalischen Tanzeinlagen das Publikum ganz wunderbar unterhält.

Klar, das Stück arbeitet auch mit Klischees. Aber immerhin wehrt sich die so bezeichnete „Bulette aus der Großstadt“ alias Kriminalhauptkommissarin Haase mit der Aufforderung, dass für solche und andere blöde Sprüche „5 Euro in die Machokasse“ fällig seien. Ein toller Abend und ein großer Erfolg für das ambitionierte Amateurtheater des Ortes.

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